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Erklärung des Vorstandes der GRH vom 09.04.2006
Der Vorstand der GRH wendet sich mit dieser Erklärung an die Öffentlichkeit. Anlaß sind die Äußerungen des Berliner Innensenators Ehrhart Körting (SPD) am 06.04.2006 im Abgeordnetenhaus. Der Innensenator verkündete, die Beobachtung der GRH durch den Verfassungsschutz prüfen zu lassen, und er verglich unsere Gesellschaft mit den „Freundschaftsverbänden der Waffen-SS“.
Vor Ersterem ist uns nicht Bange. Wenn die GRH zukünftig offiziell durch den Verfassungsschutz überwacht werden sollte, dann würden die sicherlich bereits gegenwärtig stattfindenden Beobachtungen legalisiert. Die Tätigkeit unserer Gesellschaft und ihrer Mitglieder erfolgt seit nahezu 13 Jahren auf der Grundlage ihrer Satzung. Diese Satzung basiert auf dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Das Wirken der GRH ist öffentlich; die GRH ist seit vielen Jahren im Internet präsent. Dort können alle Aktivitäten und Veröffentlichungen verfolgt werden.
Der Vergleich unserer Gesellschaft mit „Freundschaftsverbänden der Waffen-SS“ ist ungeheuerlich. Antifaschismus ist eine der Grundhaltungen unserer Mitgliedschaft. Mitglieder der GRH haben in Konzentrationslagern Angehörige verloren sowie selbst aktiv gegen den Faschismus gekämpft. Der Vergleich mit den Verbänden der Waffen-SS verletzt die Ehre und die Würde unserer Mitglieder. Wir weisen diese Beleidigung mit aller Entschiedenheit zurück
und erwarten, daß Herr Körting diesen Vergleich öffentlich zurücknimmt und sich entschuldigt. Die GRH prüft die Einleitung juristischer Schritte.
Wir empfehlen Herrn Körting, sich mit dem „Braunbuch. Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik und in Westberlin“ zu beschäftigen, in dem die Einbindung der HIAG in das westdeutsche Herrschaftssystem entlarvt wurde.
Es ist bedauerlich, dass sich ein Berliner Senator der SPD auf die gleiche Stufe mit denjenigen stellt, die die DDR mit der faschistischen verbrecherischen Nazidiktatur gleichsetzen und die behaupten, die ehemalige Untersuchungshaftanstalt des MfS in Berlin- Hohenschönhausen sei das „Dachau des Kommunismus“, die nicht müde werden, die DDR zu delegitimieren und ihre Bürger zu diskreditieren.
Die im Berliner Abgeordnetenhaus, im Fernsehen, Rundfunk und in der Presse losgetretene Debatte über die GRH hat unsere Solidargemeinschaft weiter gefestigt. Die GRH wurde durch spontane Beitrittserklärungen gestärkt. Aus vielen Teilen der Bundesrepublik sind uns mündliche und schriftliche Solidaritätsbekundungen zugegangen. Dafür bedanken wir uns.
Ungeachtet der Verdächtigungen, Unterstellungen und Beschimpfungen wird die GRH weiterhin gemeinsam mit anderen im Ostdeutschen Kuratorium von Verbänden zusammengeschlossenen Vereinen in Übereinstimmung mit dem Grundgesetz für die Würde aller Bürger, für soziale Gerechtigkeit sowie für ein ausgewogenes und differenziertes Geschichtsbild streiten.
Hans Bauer Herbert Damm Dieter Stiebert
Vorsitzender stellv. Vorsitzender Geschäftsführer
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