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GRH Mitteilungen 10-07 02.10.2007
Gesellschaft zur rechtlichen und humanitären Unterstützung e.V. Franz-Mehring-Platz 1 - 10243 Berlin – Öffnungszeiten der Geschäftsstelle: Dienstag & Donnertag von 9.00 bis 16.00 Uhr Herausgeber: Der Vorstand - Redaktion: Dr. H.-H. Nehmer - Tel/Fax: 030/2978-4225 - E-Mail: verein@grh-ev.org - Internet: <www.grh-ev.org> - Bankverbindung.: Berliner Volksbank - Konto-Nr.: 5788900009 - BLZ 10090000 - Preis: 0,00 € (Spende erlaubt)
Am Pranger
Ohne Rechtsgrundlage und vor allem ohne den geringsten Beweis für eine gesetzeswidrige Handlungsweise von Mitarbeitern des MfS werden sie an den Pranger gestellt. Die Rede ist von einer neuerlichen Verschärfung des „Gedenkstättenkultes“. In Halle maßt sich der Leiter der „Gedenkstätte“ ‚Roter Ochse’, Gursky, das Recht an, steckbriefartige Karteikarten mit vollem Namen, Fotos und weiteren persönlichen Daten von Mitarbeitern des MfS zur Schau zu stellen. Stolz verkündete er: „Wir sind die erste Gedenkstätte, die Besucher über hauptamtliche Untersuchungsführerinformiert.“ Dass es sich dabei um ein völlig legal arbeitendes staatliches Untersuchungsorgan handelte, deren Mitarbeiter streng nach dem Gesetz tätig waren, interessiert diesen Herrn ebenso wenig, wie die in Artikel 1 GG garantierte unantastbare Würde des Menschen. Unschuldige Menschen werden als Freiwild zum Abschuss angeboten. (Vgl. „Auf Steckbriefen“ in ‚junge Welt’ vom 05. 09. 07 - Dr. H.-H. Nehmer)
Anmerkungen: Die Erklärung ehemaliger Mitarbeiter der Untersuchungsabteilung der Bezirksverwaltung des MfS Halle, in der sie scharfen Protest einlegten und die Beendigung der von Lügen, Halbwahrheiten und Verdrehungen über die DDR und ihre Schutz-, Sicherheits- und Justizorgane geprägten Gedenkstättenpolitik fordern, ist beigefügt. Der Vorstand der GRH hat in einer „Solidaritätserklärung anlässlich skandalöser Vorgänge in der Gedenkstätte ‚Roter Ochse’ in Halle/Saale“ den Protest unterstützt. Diese ist den TAG zugeleitet worden. Beide Erklärungen sind einigen Medien zugegangen. (Siehe unter „Aktuelles”)
Beratung des Vorstandes mit TAG-Vorsitzenden
Der Vorstand traf sich am 19. 09. 07 in Leipzig zu einer freimütigen Beratung mit 14 TAG-Vorsitzenden bzw. deren Vertretern aus den Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Erneut wurde anschaulich dokumentiert, dass die von der 7. Vertreterversammlung bestätigte Linie für die weitere Tätigkeit der GRH, unsere Solidargemeinschaft zu festigen, sich für die gesellschaftliche Rehabilitierung der von der politischenStrafjustiz verfolgten einzusetzen und gegen Geschichtsfälschungen, Diskriminierungen und Kriminalisierung vorzugehen, durch die aktive Arbeit der Vorstände der TAG und durch die Aktivitäten der Mitglieder und Sympathisanten vor Ort umgesetzt wird. Dass es dabei, bedingt durch die unterschiedliche Mitgliederstärke der TAG, das zumeist fortgeschrittene Alter, angegriffene Gesundheit und die frühere Tätigkeit in der DDR, Unterschiede in der Vorgehensweise gibt, ist auch bei dieser Beratung sichtbar geworden. Auch in diesen TAG wirddie Solidargemeinschaft durch persönliche Betreuungsarbeit, gegenseitige Hilfe und Unterstützung gestärkt. Zu spezifischen Fragen werden erfolgreich Experten aus medizinischen oder juristischen Berufen herangezogen. Die Aktivitäten zur Erhöhung der Außenwirkung der GRH sind unterschiedlich und differenziert. Die anwesenden Vertreter der TAG wurden bestärkt, noch mehr zu tun, um sich z. B. durch Leserbriefe, Erklärungen wie im Beispiel „Roter Ochse“ usw. in der Öffentlichkeit zu zeigen. Es wurde deutlich, dass die vom Vorstandund den Arbeitsgruppen der GRH herausgegebenen „Mitteilungen“ und „Informationen“ als gute Orientierungen fürdie Mitglieder betrachtet werden, und auch an befreundete Organisationen, Sympathisanten und Interessierte weitergegeben werden. Die Kontakte vor allem zu den örtlichen Vertretungen von ISOR, des Bundeswehrverbandes, der Gewerkschaft der Bundespolizei, der Volkssolidarität, der Seniorenverbände von Verdi, des Bundes der Ruhestandsbeamten, Rentner und Hinterbliebenen und nicht zu letzt der linken Parteien sind differenziert und werden zu meist sehr erfolgreich gepflegt. Eine Koordinierung auf Länderebene erfolgt nicht. Die Anregung, auch mit dem Deutschen Freidenker-Verband zu kooperieren, wurde dankbar entgegengenommen.
Aus der Arbeit des Vorstandes
1. Der Vorstand befasste sich im September mit den zunehmend aggressiveren Angriffen gegen das Erbe der DDR und sich daraus für die GRH ergebenden Schlussfolgerungen. Am Beispiel der Erklärung ehemaliger MfS-Mitarbeiter der BV Halle im Zusammenhang mit „Roter Ochse“ wurde herausgearbeitet, dass dies eine verallgemeinerungswürdige Art des Vorgehens gegen Diskriminierung und Verunglimpfungist. 2. Der Bericht über die Finanztätigkeit (Einnahmen / Ausgaben) im 1. Halbjahr 2007 wurde zur Kenntnis genommen. Dem Schatzmeister und den in den TAG für die Finanzen zuständigen Mitgliedern der Vorstände wurde für ihre verantwortungsvolle Tätigkeit gedankt. 3. Erneut konnte der Vorstand die Aufnahme neuer Mitglieder bestätigen. 4. Die Anträge von TAG-Vorständen zur Gewährung finanzieller Unterstützungen fürvon der politischen Strafjustiz Betroffene wurden bestätigt.
Die Friedensfahrt ist es wert
Die Friedensfahrt hat es verdient, dass man ihr ein „Denkmal" setzt. Dank der Spenden, die zum Ausbau des Friedensfahrtmuseums beigetragen haben, kann am 24. November 2007 in Kleinmühlingen das Museum seine Türen öffnen. Ein echter Treffpunkt der Freunde der Friedensfahrt soll das Museum werden. Mitglieder der AG Sport der GRH und Angehörige des Freundeskreises der Sport-Senioren werden
am 24. November um 13.00 Uhr in KleinmĂĽhlingen
dabei sein, wenn der Architekt den Museumsschlüssel an Täve Schur übergibt. (Erhard Richter)
Wir gratulieren sehr herzlich unseren Mitgliedern
zum 92. Geburtstag
Alfred Schille Halle;
zum 91. Geburtstag
Erich Dolze Dresden;
zum 85. Geburtstag
Heinz D. Stuckmann Köln;
zum 75. Geburtstag
Hubertus Krug Suhl, Klaus Kynast Berlin, Lotti Oertel Berlin, Alfred Schwillo Berlin, Karl Urban Leipzig;
zum 70. Geburtstag
Horst Benedix Dresden, Karlheinz Fietz Berlin, Dieter Linsdorf Rathenow, Kurt Lutz Berlin, Helmut Wagner Berlin, Werner Wecke Erfurt;
zum 65. Geburtstag
Hans Geschke Bestensee.
Allen Geburtstagskindern des Monats Oktober wĂĽnschen wir beste Gesundheit, Kraft, viel GlĂĽck und ein weiterhin erfĂĽlltes Leben.
Im September erschien bei Edition-Ost das Buch
„Heiße Schlachten im Kalten Krieg"
Die wichtigsten Etappen der Spionage gegen die DDR durch BND und amerikanische Dienste werden behandelt, die bedeutendsten SpionageÂvorgänge durch ehemalige Mitarbeiter der Untersuchungsabteilung des MfS spannend erzählt. Herausgeber: Herbert Kierstein Das Buch ist ĂĽber die Geschäftsstelle zu beziehen.
‚Anti-Leide’
(Siehe Mittlg. 9-07) ist jetzt zum Selbstkostenpreis von 6,- € in der Geschäftsstelle erhältlich. Hier kann auch der Bedarf an Autorengesprächen angemeldet werden.
Zur Erinnerung
In der Geschäftsstelle der GRH ist zu den üblichen Öffnungszeiten (s.o.) selbstverständlich auch die kostenlose
A u s l e i h e
relevanter Literatur für Mitglieder und Sympathisanten möglich.
Auftrittsverbot
Wieder ist Lichtenberg im Gespräch. Diesmal mit einem Auftrittsverbot für Werner Großmann, der in einer öffentlichen Veranstaltung sein Buch signieren wollte. Die Meinungsfreiheit gilt eben nicht für alle. Selbst Vorschulkinder wurden von den Zeitgeistbeherrschern instrumentalisiert. Auf einem Plakat der Kita ‚Sonnenschein’ (‚Sozialdiakonische Jugendarbeit Lichtenberg’) „erklärten“ die Kleinsten: „An einem Ort, an dem der DDR-Spionagechef Werner Großmann Platz für gemütliche Signierstunden findet, können wir leider keine Glücksräder rollen lassen, unbeschwert basteln und Kinder schmücken.“ Was Vorschulkinder alles schon so schreiben können!!
Aus dem Leben der TAG
TAG KW/Zeuthen
Im ‚Rundbrief’ (Informationsmittel der TAG für ihre Mitglieder) Nr. 03/07 vom 25.08.07 berichtet u.a. H.-J. Heusinger über das diesjährige Thälmann-Gedenken am 19.08.07 in Ziegenhals. Er schreibt (gekürzt): „... Die Hoffnungen einiger Unbelehrbarer, dass diese Treffen mangels Teilnehmer der Vergangenheit angehören, trafen – natürlich – nicht ein. 300 Teilnehmer, das ist meine persönliche Schätzung, waren es und die Stimmung war fröhlich und gelöst. Ich traf Teilnehmer aus Leipzig und Wandlitz, Berlin und aus dem Landkreis Dahme-Spreewald. Noch darf das Gelände der Gedenkstätte nicht betreten werden, aber das tat dem Anliegen keinen Abbruch. ... Nicht verordnet, nicht auf Grund eines Beschlusses, nein, aus freien Stücken, aus innerer Haltung heraus, kamen sie. ... Als Teilnehmer und einer der Redner konnte ich von meinem Platz aus direkt in die Gesichter der Anwesenden schauen. Ich hatte den Eindruck, viele kannte ich ja, in manchem Gesicht wie in einem Geschichtsbuch zu lesen. Wir drei Redner, ein Mitglied des Kreisvorstandes der Partei „Die Linke“ und ein Mitglied des ZK der KP Böhmen und Mähren würdigten Thälmanns Politik und Haltung und schlugen die Brücke zur aktuellen nationalen und internationalen politischen Situation. ...“
TAG Lichtenberg
Eine erneut erlebnisreiche gesellige Veranstaltung organisierte mit viel Umsicht und Aufmerksamkeit der Vorstand der TAG für 85 Teilnehmer, in der Mehrzahl Ehepaare, am Samstag, dem 22. September, in unserem Traditionsrestaurant "Slovenska Koliba" in Wildau. Gäste waren u. a. H. Bauer (Vors. GRH), G. Fischer (GBM) und S. Mechler (OKV). Von 15.00 Uhr Kaffeezeit bis zum Schlaftrunk gegen 22.00 Uhr wurden den heutigen gesellschaftlichen Verhältnissen angepassteHöhepunkte organisiert, wie z. B. vier Buchvorstellungen mit kurzer Annotation und Autorensignierung von - G. Schramm "Angriff und Verteidigung", - K. Eichner "Die USA und der Terror - der Fall Kuba Five", - H.-H. Nehmer "Anti-Leide" und - H. Kierstein "Heiße Schlacht im Kalten Krieg".
Verkauft wurden etwa 60 Bücher. Angemerkt werden kann, dass noch immer die Broschüre "60 Jahre danach" ein begehrtes Lesematerial ist und in der TAG 52 weitere Titel unserer Geschichtsdarstellung verkauft wurden. Sehr erfreulich war ferner der Beitritt von zwei neuen Mitgliedern der GRH. Der Loserwerb für eine Tombola aus gesponserten 500,00 € von Lichtenberger TAG-Mitgliedern bereicherte nicht nur die Preisgewinner des Beisammenseins. Durch diese Tombola und eine Spendensammlungen an diesem Abend konnten 850,00 € einer Überbringerin an die kubanische Botschaft als Solidaritätsbeitrag für die "Miami Five" mit großem Beifall übergeben werden. Damit erreichte die TAG Lichtenberg im Jahr 2007 ein Ergebnis von 1050,00 € für die Solidarität mit den Inhaftierten. Ein musikalisches Bonbon vor der Grillparty dieses Abends war der Vortrag zweier ukrainischer junger arbeitsloser begabter Konservatoriumsabsolventen, die uns zur Freude u. a. bekannte russische, deutsche, rumänische und ukrainische Volksweisen (teils zum mitsingen oder summen) darboten, was ihnen nicht nur viel Beifall sondern auch unsere Solidarität und Sympathie einbrachte. Das war ein schönes Solidaritätsmeeting. Den aktiven Mitgestaltern gebührt herzlicher Dank. (Werner Wagner – leicht redigiert)
Ehre seinem Andenken
Am 24.07.07 verstarb unser Mitglied
Herbert Gittner
aus Stolzenhagen im Alter von 79 Jahren;
Unser tiefes Mitgefühl gilt allen Angehörigen und Freunden Der Vorstand – TAG Bernau
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