Mitteilungen 10/10
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AG Grenze International
 

Auf Einladung des Klubs der tschechischen Grenzgebiete (KCB) nahm eine Delegation der GRH am 4./5.August 2010 am VIII. Kongress des KCB teil. Der Delegation der GRH, die sehr herzlich begrüßt wurde, gehörten Hans Bauer, Günter Leo, Karl-Heinz Kathert und Karl-Heinz Wendt an.
Im Bericht an den Kongress, den der Präsident des Nationalrates, Ing. Karel Janda, gab, wurden auch die brüderlichen und freundschaftlichen Beziehun-gen zwischen der GRH und dem KCB gewürdigt und der GRH der herzliche Dank ausgesprochen. Die Grüße der GRH überbrachte unser Vorsitzender, Hans Bauer, die mit großem Interesse und viel Beifall aufgenommen wurden. Hans Bauer würdigte den Klub der tschechischen Grenzgebiete als eine wichtige und einflussreiche Kraft im politischen Leben Tschechiens, die sich konsequent gegen Krieg und Aufrüstung, Sozialabbau und Gebietsforderungen wendet. Karl-Heinz Kathert, der die Grüße der ehemaligen Angehörigen der Grenztruppen der DDR überbrachte, würdigte besonders die Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen den ehemaligen Truppenteilen und Verbänden beider Staaten. Ing. Karel Janda wurde wieder als Präsident des Nationalrates des KCB gewählt.

(Günter Leo)

 

 

Gesprächskreis „Zur Geschichte der Grenztruppen der DDR“
 

Am 3. September 2010 fand in Berlin auf Initiative der Arbeitsgruppe Grenze in der GRH eine Beratung über die Gründung eines Gesprächskreises „Zur Geschichte der Grenztruppen der DDR“ statt.
Schon in der wochenlangen Vorbereitung wurde das Für und Wider dieses Projektes in der Arbeitgruppe debattiert. Der Gesprächskreis stellt sich die Aufgabe, gegen die allenthalben geübte Praxis der Geschichtsverfälschung, der Verunglimpfung und Delegitimierung der DDR und ihrer Grenztruppen durch den Mainstream, getragen vom herrschenden Zeitgeist, offensiv dagegen anzugehen. Kritisch und auch selbstkritisch soll die Geschichte der Grenztruppen hinterfragt und die historisch berechtigte Sicherung der Staatsgrenze der DDR und die Wahrung von Ordnung und Sicherheit im Grenzgebiet dargestellt werden.
Die Grenztruppen der DDR erfüllten dabei eine berechtigten und historisch alternativlosen Auftrag, den ihnen die vom Volk in einer demokratischen Volksabstimmung bestätigte Verfassung auferlegte.
Der Disput zur Gründung des Gesprächskreises war von Fragen und Meinungen und auch von Zweifeln und Bedenken geprägt.
Doch letzten Endes stimmten alle Anwesenden diesem Projekt zu und erklärten ihre Bereitschaft zur Mitarbeit.
Auf der Vertreterversammlung am 2.Oktober 2010 wird darüber weiter informiert. Auch beim Herbsttreffen der AG Grenze am 30. Oktober 2010 gibt es weitere Hinweise zum künftigen Verlauf und der Arbeit des Gesprächskreises.
Der Vorstand der GRH stimmte diesem Vorhaben der AG Grenze zu. Hans Bauer, der Vorsitzende der GRH, hatte die Zustimmung des Vorstandes zur Gründung des Kreises in seinen einleitenden Worten bei der Beratung am 3. September 2010 mitgeteilt. In seinem Schlusswort brachte  er seine Bereitschaft zum Ausdruck, auch weiterhin die Arbeit des Gesprächskreises aktiv zu unterstützen und wünschte viel Erfolg für die künftige Arbeit. 

(Horst Liebig)

 

 

Antifaschistisches Vernetzungstreffen
 

Gegen das Vergessen!
Das Wohn- und Ferienheim Heideruh e.V. in Buchholz in der Nordheide hat als antifaschistische Erholungs- und Begegnungs-stätte eine einmalige Geschichte: Aufgebaut und seit Ende des Faschismus getragen von politisch Verfolgten. Erholung vom und für den Kampf steht im Mittelpunkt. Das brachte viele Tausende Antifaschistinnen und Antifaschisten aus Ost und West an diesen Ort. Deswegen ist Heideruh bestens geeignet, alte und junge Vertreter und Vertreterinnen regionaler und bundesweiter Organisationen mit antifaschistischem Verständnis zusammen zu bringen. Themen des Treffens: kennen lernen, Bestandsaufnahme, Vernetzung. Das Treffen
vom 15. bis 17. Oktober 2010

möchte die vielen Generationen und Formen antifaschistischen Widerstands zusammen bringen.
Tel.: 04181 / 8726; Mail: info@heideruh.de

Der Jahreswechsel in Heideruh
Über die Feiertage verwöhnt werden, sich erholen, mit Gleichgesinnten eine gute Zeit verbringen und freudig in das nächste Jahr „rutschen“ – das ist der Jahreswechsel in Heideruh. Bitte rechtzeitig buchen. Anmelden per Telefon oder Mail, siehe oben.
(Bea Trampenau, Geschäftsführerin)

 

 

Aus der Arbeit des Vorstandes
September 2010


Bevor die Mitglieder des Vorstandes in der letzten Sitzung vor der 9. Vertreterversammlung in die Tagesordnung eintraten, gedachten sie des im August verstorbenen Mitglieds der GRH und ihrer Arbeitsgruppe Sicherheit, Dr. Siegfried Hähnel. Hans Bauer und Reinhard Grimmer würdigten ihn als verdienstvollen leitenden Mitarbeiter des MfS und seit 1990 als aktiven Kämpfer gegen juristische Willkür, Geschichtslügen und Diskriminierung.
Schwerpunkt der Vorstandssitzung bildete die inhaltliche, organisatorische und personelle Vorbereitung der 9. Vertreterversammlung.
Der von der zeitweiligen Arbeitsgruppe „Beitragsrückstände“ vorgelegte Beschluss im Ergebnis ihrer Recherchen erbrachte einen aktuellen Mitgliederbestand von 1.223 Mitgliedern. Davon ist bei 106 Mitgliedern  ein ungeklärtes Mitgliedsverhältnis zu verzeichnen. Dem neuen Vorstand wurde empfohlen, nach der Vertreterversammlung konkrete Maßnahmen festzulegen, um bis Ende 2010 eine endgültige Klärung herbeizuführen. Den Mitgliedern der Arbeitsgruppe wurde für ihren zeit- und arbeitsaufwendigen Einsatz gedankt.
Nach dem Bericht von Günter Leo über die Teilnahme einer Delegation der GRH am VIII. Kongress des Klubs der tschechischen Grenzgebiete (KCB) bekräftigte der Vorstand seine Positionen zur Vertiefung der Zusammen-arbeit mit den ehemaligen Grenzschützern der CSSR.
Mit dem Beschluss des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 06.07.2010, wonach § 6 Abs. 2 Nr. 4 AAÜG verfassungs-gemäß sei, bekommt der Kampf gegen Rentenstrafrecht, speziell gegen § 7 AAÜG, eine neue Dimension. Die GRH wird sich auch weiterhin aktiv an juristischen Schritten beteiligen und den politischen Kampf gegen Rentenun- und strafrecht fortsetzen.
Die Aufnahme eines neuen Mitglieds wurde bestätigt.

 

 

Neues auf dem Büchermarkt
 

Im Verlag Wiljo Heinen ist vor kurzem erschienen:
Horst Schneider
UNTER DEM DACH DER KIRCHEN
ISBN Nr.: 978-3-939828-59-4
Preis: 6,00 €
Der bekannte Dresdner Historiker Prof. Dr. Horst Schneider stellt zwanzig prominente „Bürgerrechtler“ der DDR vor und fragt:
Sind sie revolutionäre Helden? Heldenhafte Revolutionäre? Oder lediglich Totengräber der DDR, des deutschen Friedensstaates?
Ist es Zufall, dass sich so viele von ihnen unter dem Dach der christlichen Kirchen sammelten? (Dieter Stiebert)


 


Termine
Zur Erinnerung: Am 30.Oktober 2010 findet von 10:00 bis ca. 15:30 Uhr im Festsaal des BBJ-Corvus, Berlin-Lichtenberg, Herzberg-straße 84 das Herbsttreffen der AG Grenze der GRH statt.
Am gleichen Ort führt der Traditionsverband NVA e.V. am Sonntag, 7. November 2010, eine Festveranstaltung aus Anlaß des 50. Jahrestages der Namensgebung „Volksmarine“ für die Seestreitkräfte der DDR durch.
In DR. SELTSAMS WOCHENSCHAU am Sonntag, 7. November 2010, Beginn 13:00 Uhr im Brauhaus Südstern, Hasenheide 69, wird über das Thema „Was haben uns frühere Revolutionen genutzt“ debattiert.

 

 

Ehre seinem Andenken


Am 22.09.2010 verstarb unser Mitglied
Fred Liermann
aus Potsdam im Alter von 80 Jahren;
 

Unser tiefes Mitgefühl gilt allen
Angehörigen und Freunden

Der Vorstand – TAG Potsdam

 

 

Aus der Postmappe
 

Widerspruch gegenüber der Birthlerbehörde
Der Mitarbeiter der „Forschungsabteilung“ der BstU Christian Halbrock stellte am 03.09.10 in Berlin sein Buch „Stasi-Stadt, die MfS-Zentrale in Berlin-Lichtenberg“ vor. Darin wird der Gebäudekomplex Rusche-, Magdalenen-, Gotlindestraße von der Entstehung an mit den angeblichen Auswirkungen auf die Umwelt dargestellt mit der eindeutigen Absicht, beim Zuhörer und Leser Stimmung gegen das MfS zu machen.
Die vorwiegend von Frauen besuchte Veranstaltung nahm jedoch einen nicht gewünschten Verlauf.
Mit Fragen und Erklärungen der Teilnehmer wie: was versteht der Referent unter einem normalen und nicht normalen DDR-Bürger, wann will er sich mit seiner Arbeit dem Mammutbau des BND zuwenden, man habe in der unmittelbaren Umgebung der Dienstgebäude keine Beeinträchtigung oder Einengung gespürt und man möge doch die Sicherheits-vorkehrungen für ähnliche Objekte in der BRD beachten bis hin zur Feststellung, dass man sich mit dem MfS sicher gefühlt habe geriet der Referent in Bedrängnis.
Ich habe die Veranstaltung mit der Genugtuung verlassen, dass sich der „normale DDR-Bürger“ nicht mehr jede Lüge bieten lässt.
(Gotthold Schramm)

 

 

Wortmeldung


Ehemalige Repräsentanten der DDR haben sich anlässlich des Jahrestages des Anschlusses der DDR an die BRD zu Wort gemeldet. In dieser "Wortmeldung zum 20. Jahrestag der größer gewordenen Bundesrepublik" würdigen über 60
ehemalige Verantwortliche aus Politik, Staat, Wirtschaft, Justiz, Kunst, Kultur, Sport und anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens die Leistungen der DDR bei der Erhaltung des Friedens und dem Aufbau eines neuen Staates. Sie ziehen eine negative Bilanz über die bisherige Politik im vereinten Deutschland und fordern, die Lebensleistungen von DDR- und Altbundesbürgern in gleicher Weise zu respektieren. Die Wortmeldung endet mit der Feststellung: "Die DDR taugt nicht als Aschenputtel deutscher Geschichte. Ihre Werte sind lebendiger als ihr Zerrbild vorgibt. Umbesinnung auf ihre tatsächliche geschichtliche Bewertung wäre ein Weg zur gelebten Einheit. Und der Zukunft zugewandt".
Die "Wortmeldung" ist im ND vom 2./3. 10.2010 veröffentlicht (H. Bauer). 

 

 

Aus den TAG
 

Sommerfest der TAG Treptow
Am 09.September feierten wir unser schon traditionelles Sommer/Herbstfest im Vereins-heim der KGA „ Treptow´s Ruh „ e.V. Eingeladen waren alle Mitglieder, fördernde Mitglieder und ihre Ehepartner und Lebensgefährten. Gekommen waren über 20 Freunde unter ihnen auch der Vorsitzende der GBM e.V. Treptow, Klaus Schulz.
Wie immer waren die Erwartungen groß, aber viele wollten auch ihren eigenen Beitrag leisten.
Und da trotz des tollen Büffets Essen und Trinken nicht alles sein kann, hatten wir auch für Kultur gesorgt.
Wie schon seit Jahren hatten wir als Gast den Balalaikasolisten und Genossen Horst Kusicke eingeladen. Einer unserer Genossen nimmt seit Jahren bei ihm Unterricht, und so konnten sie uns erstmalig auch im Duett vorspielen.
Viele trugen mit heiteren Gedichten und Anekdoten zum Gelingen des Festes bei, das fester Bestandteil unserer Arbeit ist und, so fern wir es finanziell möglich machen können, auch bleiben wird.
Ohne die politische Notwendigkeit und Qualität unserer TAG-Versammlungen, einschließlich Buchvorstellungen, gering zu schätzen – der gemeinsame Gesang von „Bella ciao“ oder „Durchs Gebirge durch die Steppe zog...“ berührt unsere Gefühle noch weit mehr. Dazu kommt der persönliche Kontakt zu den Mitgliedern und deren Partnern, den wir niemals missen möchten.
So haben wir wieder einmal das Schöne mit dem Nützliche verbunden.(Konstandin Brandt)

 

 

Wir gratulieren sehr herzlich unseren Mitgliedern


zum 95. Geburtstag
Alfred Schille Halle;
 

zum 85. Geburtstag
Prof. Dr. Lothar Krumbiegel Berlin,
Erika Weniger Freital;


zum 80. Geburtstag


Hugo Adam Berlin,
Helmut Galuschka Stendal,
Horst Pargmann Berlin,
Ruth Werrmann Meißen;


zum 75. Geburtstag
Eveline Drechsel Chemnitz,
Walter Schuster Lübben;
 

zum 70. Geburtstag
Harald Pretzsch Berlin,
Sigrid Scholz Neubrandenburg,
Hartmut Skrizipek Bestensee,
Jürgen Strahl Langhagen;
 

zum 60. Geburtstag
Stephan Jentzsch Bonndorf,
Dr. Hans-Jürgen Joseph Berlin,
Clemens Külberg Dörpstedt.
 

Allen Geburtstagkindern
im Monat Oktober wünschen wir
beste Gesundheit, Kraft, viel Glück
und ein weiterhin erfülltes Leben

 

 

Rechtsstaat BRD?
 

In der UZ vom 10.09.2010 schreibt unser Freund und Genosse Karl Stiffel, Sprecher der „Initiativgruppe für die Rehabilitierung der Opfer des Kalten Krieges“ (IROKK) in Essen:
Die Akten des 1. Senats des Bundesverfassungs-gerichts (BverfG) über seine Beratungen während des Verbotsprozesses gegen die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) sollen erst nach 90 Jahren nach der Urteilsverkündung der zeithistorischen Forschung zugänglich gemacht werden. Der Prozeß hatte auf Antrag der Regierung Adenauer stattgefunden. Die mündliche Verhandlung dauerte vom 23. November 1954 bis zum 14. Juli 1955. Die gerichtliche Entscheidung, das Verbotsurteil, wurde dann aber erst am 17. August 1956 verkündet.
Nun wollen der 1. und 2. Senat des BverfG in der zweiten Septemberhälfte dieses Jahres entscheiden, wann die Akten eingesehen werden können. Über diese Absicht berichtete die FAZ am 28. August dieses Jahres unter der Überschrift ‚2046 weiß man alles über die KPD’. Im Vorspann des Artikels heißt es kommentierend: ’Die Beratung ist geheim und bleibt geheim: Das Bundesverfassungsgericht will seine Akten erst nach 90 Jahren für die Forschung öffnen. Solche Fristen kennt nicht einmal der Vatikan.’
Eine solche Frist diene auch dem Schutz der Verfahrensbeteiligten. Das kann aber doch nur ein Witz sein. Denn die Urteilsverkündung liegt jetzt 54 Jahre zurück. Keiner der am damaligen Verfahren Beteiligten... leben noch.
...Was soll da noch weitere 36 Jahre verschleiert werden? Etwa die Intervention der damaligen Bundesregierung? Es ist daran zu erinnern, dass der Präsident des BverfG , Dr. Wintrich, im November 1954 Bundeskanzler Adenauer aufsuchte um „zu klären, ob die Bundesregierung an ihrem Antrag weiterhin festhalte“. Diese hielt daran fest. Es dauerte dann noch mehr als ein Jahr, bis das Urteil gesprochen wurde. Dem aber war massiver Druck seitens der Bundesregierung auf den 1. Senat des BverfG vorausgegangen...
Die Absicht des BverfG, die bisher nicht veröffentlichen Beratungsakten aus dem KPD-Verbotsprozeß noch weitere 36 Jahre unter den Teppich zu fegen, wirft aus meiner Erfahrung mit dem Umgang der Herrschenden und Regierenden mit der Politischen Justiz der Ära Adenauer die Frage auf, was denn da weiterhin geheimgehalten werden soll?... Der Rummel um den  bevorstehenden 20. Jahrestag des Anschlusses der DDR an die BRD kann anscheinend die Wahrheit nicht vertragen. Wir Kommunisten und unsere Partner im Kampf gegen das KPD-Verbot waren schon immer der Meinung, dass das Verbot undemokratisch zustande gekommen ist. Wird die Aufdeckung der Wahrheit den Beweis erbringen, dass die massenhafte politische Verfolgung von Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschaftern, Liberalen, Christen und Parteilosen, die sich nach dem KPD-Verbot zu einem zehntausendfachem Unrecht auswuchs, „unrechtsstaatlich“ zuwege gebracht wurde?
Jetzt erst recht bleibt der Kampf um die Aufhebung des Verbots der KPD und der FDJ West, sowie um die Rehabilitierung der Opfer dieser politischen Justiz und ihre Gleichbehandlung gemäß Artikel 3 des Grundgesetzes eine aktuelle Aufgabe.

 

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