GRH    Mitteilungen  12-07                                                                 03.12.2007


Gesellschaft  zur rechtlichen und humanitären Unterstützung e.V. - Franz-Mehring-Platz 1 - 10243 Berlin 
Öffnungszeiten der Geschäftsstelle: Dienstag & Donnertag von 9.00 bis 16.00 Uhr Herausgeber:  Der Vorstand  -  Redaktion: Dr. H.-H. Nehmer
Tel/Fax: 030/2978-4225  -  E-Mail: verein@grh-ev.org  - Internet: <www.grh-ev.org>
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Preis: 0,00 € (Spende erlaubt)

 

Zum Jahreswechsel wünschen wir unseren Mitgliedern und Sympathisanten
ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr.
Besonders herzliche Grüße senden wir unseren in Haft befindlichen Freunden
James Clark, Theresa Squillacote und Kurt Stand.

 

Streitbar und Solidarisch

Unsere Gemeinschaft beendet das Jahr 2007 mit einer guten Bilanz. Mit Stolz können wir auf das Geleistete zurückblicken. Dank gebührt allen Aktivisten unserer Organisation. Auch im vergangenen Jahr hat die GRH Stärke, Standhaftigkeit und Sachkunde bewiesen. Gut organisiert und sachorientiert sind wir den Anforderungen an eine moderne fortschrittliche Organisation gerecht geworden.
Besonders im Streit um geschichtliche Wahrheit haben wir mit überzeugenden Argumenten sachlich und konkret unseren Beitrag geleistet. Von Freunden geschätzt, von Gegnern gefürchtet und deshalb verdammt, ermutigten wir mit unserer Arbeit immer mehr Menschen in diesem Lande, (wieder) zu ihrer Vergangenheit, zu ihrem Leben zu stehen und dem herrschenden Zeitgeist zu widerstehen. Wir bereicherten, oft gemeinsam mit Partnern, das gesellschaftliche, politische und wissenschaftliche Leben, indem wir im Meinungsstreit kritisch-konstruktiv, unbequem unangepasst blieben. Erinnert sei z.B. an die Auseinandersetzungen um so genannte Gedenkorte in Berlin, Halle, Gera und an der Staatsgrenze West, an unsere Beiträge zu wissenschaftlichen Veranstaltungen mit dem OKV und den Freidenkern zur Geschichtsfälschung sowie an die jüngste Konferenz zur
HVA des MfS in Odense (Dänemark), an die großen Veranstaltungen der NVA, der Grenzer und des DTSB, an Ehrenkolloquien für die Professoren Buchholz und Schneider. Nicht zu vergessen die große Alternative Protestveranstaltung am 3. Oktober 2007, auf der die Forderungen der Ostdeutschen in einer Resolution klar benannt wurden.
Verdienste erwarb sich die GRH auch bei der Veröffentlichung von Publikationen. Die eigenen Mitteilungen und Informationen wurden qualifiziert, Sachbücher herausgegeben bzw. deren Vertrieb unterstützt. In Hunderten von Diskussionsrunden und Buchbesprechungen mit Tausenden von Bürgern, weit über unsere Organisation hinaus, erläuterten TAGs, Vorstand, Autoren und Arbeitsgruppen unsere Sicht auf Historisches und Aktuelles sowie unseren Anspruch an eine demokratische Gesellschaft. Offensiv wiesen wir die Verzerrung und Verketzerung des Staates DDR zurück, war doch gerade die Geschichtsfälschung eigentliche Ursache der Kriminalisierung, der politisch-juristischen Verfolgung Tausender durch die BRD. Folgerichtig bezeichnen wir auch diese Aktivitäten als Beitrag zur gesellschaftlichen Rehabilitierung.
Bei allen Bemühungen und Erfolgen im öffentlichen Wirken, die Außenwirkung ist entscheidend abhängig von unserer inneren Festigkeit und der Stärke sowie von der Solidarität in unserer Gemeinschaft. Deshalb haben wir in 2007 besonderen Wert auf die Hilfe und Unterstützung für Betroffene – Verfolgte, Verurteilte, Bedürftige – gelegt. Mit Fug und Recht können wir sagen, die GRH ist für viele Mitglieder und Freunde eine Heimat geworden, in der der Einzelne geachtet ist, dem Bedürftigen solidarisch geholfen wird, politisches Interesse und Engagement für Wahrheit und Gerechtigkeit gefragt sind.
Mit solchen hohen Ansprüchen gehen wir auch in das Jahr 2008. Dass es ein friedliches und erfolgreiches, ein gutes Jahr wird, das wünsche ich allen Mitgliedern, Freunden und Sympathisanten  
- Euer Hans Bauer.

 

Aus der Arbeit des Vorstandes

Die von der GRH im Oktober 2007 organisierten Veranstaltungen oder die, an denen die GRH beteiligt war, wie die OKV-Veranstaltung „Alternativer 3. Oktober“, „Die bösen Befreier“ – Konferenz des Freidenkerverbandes zum 90. Jahrestag der Oktoberrevolution – das Forum mit Egon Krenz und Prof. Buchholz im ND, Buchlesungen zu „Angriff und Abwehr“, „Heiße Schlachten im Kalten Krieg“ und „Anti-Leide“ bewertete der Vorstand insgesamt als Erfolg. Zu spüren ist ein stärkerer Widerstand gegen Geschichtsfälschungen und – klitterungen. Jedoch sollte dabei das Heute nicht ausgeklammert werden. Die GRH ist inzwischen ein gefragter Gesprächspartner. Der Bekanntheitsgrad der GRH nach außen hin hat sich erweitert und auch jüngere Menschen wurden mit unserem Anliegen vertraut gemacht. Bei der zukünftigen Gestaltung der Finanzpolitik der GRH kommt es vor allem auf eine sinnvollere Planung im Interesse der sparsamen Verwendung der uns durch Beiträge und Spenden anvertrauten Mittel an.
Der Vorstand konnte sich davon überzeugen, dass die Vorbereitungen für die Konferenz über die Arbeit der HVA in Odense planmäßig verlaufen.
Diesmal konnte der Vorstand die Aufnahme von drei neuen Mitgliedern bestätigen. Er nahm den Austritt eines Mitglieds zur Kenntnis. Der Antrag einer TAG zur Gewährung einer finanzieller Unterstützung für ein Mitglied wurde bestätigt.

Zur besseren Erkennbarkeit der GRH wird sie ab 2008 mit einem neuen Logo in Erscheinung treten.
Den TAG kann es per E-Mail übermittelt werden.                                                          

           

  

Zur Konferenz in Odense

An der von der Süddänischen Universität in Odense am 17. und 18.Nov. durchgeführten Konferenz zum Thema „Hauptverwaltung A - Geschichte, Aufgaben, Einsichten“ nahmen über 250 Wissenschaftler, Zeitzeugen und Interessierte teil, darunter auch zahlreiche Mitglieder der GRH. Elf der 24 Vorträge bestritten ehemals leitende Mitarbeiter der HVA. Sie stellten die einzelnen Entwicklungsetappen des Dienstes in historische Zusammenhänge, untersuchten Ursachen und Wirkungen, Aktion und Reaktion. Sie berichteten über Erfolge, Probleme und Mißerfolge und hoben den Beitrag für die Erhaltung des Friedens im Kalten Krieg hervor, wozu sie Stolz und Genugtuung zum Ausdruck brachten.
Amerikanische, britische und holländische Wissenschaftler sprachen anerkennend zur Rolle der HVA. Es gab nicht wenige Übereinstimmungen in Grundpositionen. Dagegen versuchten Vertreter deutscher Wissenschaftseinrichtungen und von Opferverbänden, die HVA und das MfS zu diskreditieren und zu kriminalisieren, dem konsequent widersprochen wurde.
Leider revidierte der Veranstalter offensichtlich unter dem Druck deutscher und dänischer Kreise seine ursprüngliche Position zur Konferenz, was aber am Ergebnis nichts ändert.
Mit dem Diskussionsbeitrag eines Gastes, der die faschistischen Verbrechen bei der Ermordung von Graf von Stauffenberg mit der gegenüber dem Verräter Teske ausgesprochenen Todesstrafe gleichsetzte, hat er der Konferenz keinen guten Dienst erwiesen.
Zu Inhalt und Verlauf der Konferenz hat „junge Welt“ sachlich berichtet. Das im ND vom 24./25.11. veröffentlichte Interview gibt ebenfalls Auskunft.(G.Schramm)
 

Aus den TAG

In nahezu allen TAG fanden im November Mitgliederversammlungen statt. Zumeist standen die Entwicklung in der TAG sowie die Resultate der Vereins-,  Betreuungs- und Öffentlichkeitsarbeit  im Mittelpunkt. Vielfach bekamen die Mitglieder dazu einen schriftlichen Bericht des TAG Vorstandes in die Hand. In einigen TAG erläuterten die Autoren des „Anti-Leide“ das Anliegen des Buches. Andere befassten sich mit den Geschichtsfälschungen oder mit der internationalen Lage. An einigen Veranstaltungen nahmen Mitglieder des Vorstandes teil.

Beratung des Vorstandes mit TAG-Vorsitzenden
Letztmalig in diesem Jahr traf sich der Vorstand am 28.11.07 in Neubrandenburg zu einer Beratung mit  TAG-Vorsitzenden. Leider waren aus gesundheitlichen oder organisatorischen Gründen nicht alle TAG des Landes Mecklenburg-Vorpommern vertreten. Die anwesenden Vertreter der TAG begrüßten es, sich persönlich kennen zu lernen und sich zukünftig vor Ort zu beraten und abzustimmen.   Auch die kleinen TAG mit nur 22 oder 28 Mitgliedern leisten eine wirksame Vereins- und Betreuungsarbeit. Nach außen wird in Abstimmung mit anderen Vereinen wie ISOR, GBM und RotFuchs eine differenzierte Öffentlichkeitsarbeit gegen Hetze, Verleumdungen und Geschichtsklitterung geleistet. 

 

Als Zeitzeuge gefragt

Am 20.11.07 war erneut eine Gruppe von Offiziersanwärtern und Dozenten der Militärakademie der Niederlande Gast der GRH, um sich über die NVA der DDR zu informieren.
Diesmal stand ihnen Admiral a. D. Theodor Hoffmann Rede und Antwort. Er legte seinen Werdegang in der KVP / NVA dar, erläuterte den Verteidigungscharakter des Warschauer Vertrages und die Rolle der NVA als Friedensarmee. Mit Interesse wurden seine Informationen über die politische Erziehung und militärische Ausbildung der NVA-Angehörigen verfolgt.
In einer aufgeschlossenen Atmosphäre nahm er bereitwillig zu Fragen des Kräfteverhältnisses des Warschauer Vertrages und der NATO  sowie zu den seinerseits gegenseitig empfundenen Bedrohungen durch die Gegenseite Stellung.(D. Stiebert)

 

Friedensfahrtmuseum eröffnet

Gemeinsam mit mehr als Tausend Ehrengästen und Anhängern der Friedensfahrt nahmen auch Mitglieder des Freundeskreises der Sport-Senioren Berlin / der AG Sport der GRH am 24.11.07 an der Eröffnung des „Rad-sportmuseums Course de la Paix“ in Kleinmühlingen bei Schönebeck in Sachsen-Anhalt teil. In diesem Museum wird am Beispiel der völkerverbindenden Friedensfahrt durch Originalstücke, Zeitdokumente, Übersichtstafeln u.a. ein Stück Sportgeschichte der DDR eindrucksvoll dokumentiert. Ein Besuch lohnt sich. Wir werden dem Museum demnächst erneut eine Geldspende für den Weiteraufbau überweisen. Wer sich beteiligen möchte, ist willkommen.(E. Richter)

 

Hinweis auf Veranstaltungen:

DR. SELTSAMS WOCHENSCHAU

Täter und Opfer in Ost und West

Sonntag, 9. Dezember ab 13:00 Uhr
mit dem Vorsitzenden der GRH Rechtsanwalt Hans Bauer

Wirtshaus Max & Moritz
Oranienstraße 162, 10969 Berlin-Kreuzberg (Bus M 29, U 8 Moritzplatz)

 

 

Kampf der Geheimdienste im „Kalten Krieg“ und heute?
Veranstaltung des Bündnisses für Soziale Gerechtigkeit und Menschenwürde e.V.

Montag, 10.12.07  um 18:00 Uhr

Rathaus Tempelhof, Tempelhofer Damm 165, 12099 Berlin, BVV-Saal
(U-Bahnhof Kaiserin-Augusta-Str.)

Podiumsteilnehmer:
Klaus Eichner, Dieter Feuerstein, Dr. Arnold Schölzel , Gotthold Schramm, Eric Gujer â€“ angefragt -
Moderation: Gert Julius, BüSGM

 

 

- DIE BÖSEN BEFREIER -
Von Zarismus, Faschismus, Kolonialismus.

Unter diesem Titel gibt der Deutsche Freidenker Verband Materialien einer Wissenschaftlichen Konferenz zum 90. Jahrestag der Oktoberrevolution als Buch heraus.

 

 

 

Wir gratulieren sehr herzlich unseren Mitgliedern

zum 85. Geburtstag

Emil Gold Dresden;

zum 80. Geburtstag

Gerhard Buchholz Bad Saarow,
Hubert Vandersee Berlin;

zum 75. Geburtstag

Hans Bornkessel Cottbus,
Werner Michael Berlin,
Dr. Klaus Steiniger Berlin,
Herbert Wagner Geisa,
Dr. Erhard Wilke Berlin;

zum 70. Geburtstag

Joachim Brätsch Schwerin;
Paul Frommhold Chemnitz,
Klaus Geißler Glöwen,
Franz Herz Berlin;

zum 60. Geburtstag

Dr. Peter Alwardt Hamburg,
Bernd KunzeDresden,
Birgitta Schröter Frankfurt/O.

Allen Geburtstagskindern des Monats Dezember wünschen wir
beste Gesundheit, Kraft, viel Glück und ein weiterhin erfülltes Leben.

 

 

Nochmals der Hinweis, dass am 27. Dezember 2007 die Geschäftsstelle geschlossen bleibt.

 

 

Ehre ihrem Andenken

Am 09.11.07 verstarb unser Mitglied
Arno Heyn
aus Königswusterhausen im Alter von 83 Jahren;

Am 10.11.07 verstarb unser Mitglied
Hans Stodolka
aus Berlin im Alter von 74 Jahren;

Am 14.11.07 verstarb unser Mitglied
Eberhard Heyer
aus Berlin im Alter von 73 Jahren.

Am 16.11.07 verstarb unser Mitglied
Rudolf Schreier
aus Berlin im Alter von 76 Jahren

Unser tiefes Mitgefühl gilt allen Angehörigen und Freunden

Der Vorstand – TAG Hellersdorf, KW/Zeuthen, Marzahn

 

 

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