Mitteilungen 12/09

 

Zum Jahreswechsel wünschen wir unseren Mitgliedern und Sympathisanten
ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr.

Besonders herzliche Grüße senden wir unseren in Haft befindlichen Freunden Theresa Squillacote und Kurt Stand.

 

Aus den TAG


TAG Hohenschönhausen


Angeregt durch die Protestveranstaltung des OKV vom 3.10.2009 in Berlin und die anschließende öffentliche Kundgebung, führten wir unsere Mitgliederver­sammlung durch, um Inhalt und Ergebnisse dieser bedeutsamen Willensbekundung den Mitgliedern und Gästen der GBM und der ISOR unmittelbar zu vermitteln.
Der Termin, wenige Tage, nachdem der Koalitionsvertrag von CDU/CSU/FDP verkün­det, über Steuersenkungen in der Krise und Aufbruchstimmung palavert wurde, konnte nicht günstiger sein, Der Vizepräsident des OKV, Dr. Klaus Blessing, benannte klar brennend Aktuelles bei der Gegenwehr nach fast zwei Jahrzehnten bundesdeutscher Kolonialpolitik im Osten und den Auswirkungen der Krise. Er begründete die gewachsenen Aufgaben linker Vereinigungen angesichts der verheerenden Perspektiven.
Er tat es mit fundierter Sachkenntnis. Mit ein­fachen Worten und durch aktuelle Zahlen, welche die Entwicklung Ostdeutschlands zu einer Armutsregion in Europa beweisen.
Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zeitgeist-Journalismus sind weder Willens noch in der Lage, diese Wahrheit zu benennen, geschweige Ursachen aufzuzeigen. Auch der Koalitionsvertrag bringt in seinem zusammengeschusterten Niveau die Festschreibung der Gegensätze zwischen oben und unten, zwischen Ost und West zum Ausdruck.
In der Diskussion wurden weitere wichtige Fragen erörtert, so die Entlarvung der täglich wiederkehrenden Lüge von der maroden Wirtschaft der DDR. Es besteht auch Übereinstimmung darüber, dass sich der Widerstandswille im Osten des Landes entwickeln wird, wenn immer der nötige Druck von links, auch innerhalb der Linken, einher geht. Dann werden entsprechende Handlungen gegen Hasstiraden, Hetze und Verleumdung der DDR und ihre Verteidiger noch wirksamer sein.
Ein unmittelbares Beispiel dafür ist unter anderem der Erfolg von ISOR, für eine Petition an den Deutschen Bundestag gegen den Missbrauch des Rentenrechts als Strafrecht 72.554 Unterschriften gesammelt zu haben.
Wir konnten erneut feststellen, dass die GRH gute Freunde und entschlossene Verbündete hat, und es herrscht die Erkenntnis vor, noch stärker mittendrin zu sein. Schauen wir über das Land Berlin hinaus. Dort mehren sich die Beispiele von Soli­darität und Widerstand.

(Joachim Hauck- redaktionell bearbeitet)

 


TAG Dresden


Sprecherrat im Freistaat Sachsen im Aufbau. Die TAG Dresden ergriff dazu die Initiative. Sie wandten sich an die TAG im Land Sachsen mit einem Aufruf. Darin heißt es u.a.
„Die GRH verfügt in Sachsen über Basisgruppen in Form der TAG in Chemnitz, Dresden, Leipzig und Plauen. Zu den sie berührenden politischen Problemen in Sachsen können sie sich bisher gegenüber den staatlichen und gesellschaftlichen Gremien und Kräften des Bundeslandes nicht mit einer gemeinsamen Stimme und mit einer gemeinsamen Autorität äußern. Das wird als Mangel in der politischen Wirksamkeit empfunden. Durch Bildung eines gemeinsamen Sprecherrates soll diesem Mangel abgeholten werden.“
(Gerd Hommel – gekürzt)
 

Hinweis
Nach Redaktionsschluss erreichte uns ein interessanter Beitrag von Edgar Robitzsch über die Jahresversammlung der IGRA, der aus Platzgründen hier nicht mehr erscheinen kann. Er wird in den Januar– Mitteilungen 2010 zu finden sein.


TAG Marzahn

Am 5. November fand unsere zweite Mitgliederversammlung des Jahres statt. Nach vorheriger Abstimmung war sie darauf gerichtet, Gedanken und Meinungen auszutauschen, die uns nach den Wahlen auf Landes- und Bundesebene, den folgenden Koalitions- und Regierungsbildungen, sowie nach den konzertierten und manipulierten Aktionen zum „Gedenken“ an Entwicklungen und Ereignisse des Jahres 1989 bewegen.
So haben wir beraten, welche Ansprüche sich daraus für Arbeit der TAG ergeben und uns verständigt, welche Kraft zum offensiven Wirken in der TAG vorhanden ist oder noch erschlossen werden kann. Dazu lag allen Mitgliedern die in der „Information 5/09“ veröffentlichte Einschätzung der Betreuungsarbeit vor. Sie wurde ergänzt durch einen im Vormonat allen Mitgliedern übergebenen Bericht zur Arbeit und Entwicklung der TAG im Jahre 2009. So war es möglich, ohne Vorrede sofort mit der Diskussion zu beginnen.
Fazit der Aussprache: Den Parteien und Kräften, die sich für Erhalt und Ausbau der gegenwärtigen Besitz- und Machtverhältnisse in der BRD einsetzen, passt nicht ins Konzept, dass sich zu ihrer Politik Kritik und Widerstand entwickeln und dabei auch Erinnerungen an Vorzüge und Errungenschaften der DDR eine Rolle spielen.
Auch wenn es 1989/1990 möglich war, die DDR als Staat zu beseitigen, aus dem Bewusstsein vieler Menschen, aus den geschichtlichen Zusammenhängen und Prozessen konnte sie nicht getilgt werden.
Aufwand, Inhalt und Methoden, mit denen staatliche Institutionen, rechte Medien, Parteien und Organisationen auf Entwicklungen und Ereignisse des Jahres 1989 reagieren, belegen: Jetzt wird mit noch größerer Intensität und auf immer perfidere Art und Weise die ideelle Liquidierung der DDR betrieben. Verleumdungen und Entstellungen haben Züge angenommen, die es selbst in Zeiten des Kalten Krieges nicht gab.
Für den Umgang mit der Geschichte der DDR und deren Bürgern gilt die Doktrin: die DDR war ein Unrechtsstaat, sie war die zweite deutsche Diktatur. Wird diese Doktrin von Organisationen, Parteien oder auch Einzelpersonen nicht akzeptiert oder gar Widerstand geleistet, gelten diese als nicht Politikfähig, Unbelehrbare und als ewig Gestrige.
Einige passen sich an. Gegen die, die das nicht tun, wird - wie Ereignisse der letzten Zeit belegen - auch vorgegangen. Mit Ausgrenzung, Androhung von Sanktionen, auch mit Anzeigen. Ebenso mit der Verweigerung von Möglichkeiten zum öffentlichen Auftreten, der Verweigerung von Räumen für Zusammenkünfte.
Rigoros wird die Möglichkeit zur Äußerung in Medien unterbunden oder diese durch Manipulation zur Diffamierung der jeweiligen Person oder Organisation missbraucht.
Dieser Stil wird mit Sicherheit seine Fortsetzung in der Interpretation zu Ereignissen des Jahres 1990 finden.
Wenn das nicht ausreicht, werden die „Freischützen des Rechtsstaates“ und deren Vasallen das Gewünschte liefern.
Beleg dafür ist auch der Koalitionsvertrag. Er wirft bezeichnender Weise Rechts- und Linksextremismus in einen Topf. Gleichzeitig gibt er mit Festlegungen wie: „extremistische Formen der politischen Auseinandersetzungen nehmen wir nicht hin“ – „treten wir entschlossen entgegen“ – „wollen wir mit einem nachhaltigen Programm bekämpfen“. Wo und von wem aber wird entschieden, was ist extremistisch?
Es gab Übereinstimmung zu den Bedingungen, unter denen wir das Grundanliegen der GRH weiter verwirklichen wollen, ohne uns Illusionen hinzugeben.
Was können wir entgegensetzen? Die politische Standhaftigkeit unserer Mitglieder, die Bereitschaft, in dem ihnen möglichen Wirkungskreis offensiv aufzutreten, die Unterstützung der in der Öffentlichkeit wirksamen Vorhaben der GRH. Vor allem aber die solidarische Geschlossenheit und Unterstützung der Mitglieder, die bei der Vertretung der satzungsgemäßen Anliegen der GRH, in der Öffentlichkeit stehen und damit auch den Angriffen ausgesetzt sind.
Unser Mitglied Hans Joachim Gläser reagierte auf die Mitteilung des Vorstandes, dass Kurt Stand Mitglied der GRH geworden ist, mit dem Vorschlag, als Ausdruck der solidarischen Verbundenheit, allein oder zusammen mit anderen Mitgliedern, die Zahlung des Mitgliedsbeitrages zu übernehmen. Dieser Vorschlag fand die Zustimmung der Versammelten, und erbrachte den erforderlichen Betrag für das Jahr 2009. So wird die TAG auch in den folgenden Jahren handeln. In den nächsten Tagen werden wir in Abstimmung mit dem Vorstand an Kurt Stand schreiben.

Im November besuchten wir als Kollektiv das in unserem Stadtbezirk geschaffene Sportmuseum Marzahn-Hellersdorf. Wir waren beeindruckt von den Ausführungen des ehrenamtlichen Leiters. Die Vielzahl und Originalität der Ausstellungstücke, die historisch korrekte – oder um sportlich zu bleiben – faire Dokumentation, sind ein Beitrag zur Widerlegung der mit dem Zeitgeist verordneten Verleumdung des DDR-Sportes, seiner Leistungen und Vorzüge in der Öffentlichkeit.
Wir können anderem TAG den Besuch dieses Museums nur empfehlen. (Johannes Schindler-redaktionell bearbeitet)

 


Aus der Arbeit des Vorstandes

In der Sitzung am 03.11.09 befasste sich der Vorstand mit Informationen, Einschätzungen, Bewertungen und Schlussfolgerungen zu bedeutsamen Ereignissen des Vormonats und Veranstaltungen, an denen die GRH beteiligt war:
- Die Veranstaltungen in Leipzig aus Anlass des 20. Jahrestages des Beginns der Montagdemonstrationen, die Rede des Bundespräsidenten Horst Köhler, die Situation im Herbst 1989. Schlussfolgernd wurde festgelegt, das Zeitzeugenwissen von Manfred Hummitzsch in einem Artikel / Interview in der Zeitung „jungeWelt“ zu veröffentlichen, was in der Ausgabe vom 9.11.2009 erfolgte;
- das Herbsttreffen der AG Grenze vom 24.10.09 sowie die Beratungen mit den tschechischen und polnischen Gästen des Treffens. Der Vorstand nahm die Berichterstattung zum Anlaß, vor allem Egon Krenz für seine bedeutsamen Ausführungen als auch allen Helfern und Organisatoren zu danken. Mit der Beratung mit den tschechischen und polnischen ehemaligen Grenzern wurde sowohl eine erfolgreiche Etappe der bisherigen Zusammenarbeit abgeschlossen als auch die Weichen für die zukünftige gemeinsame Arbeit gestellt;
- die Ehrung Werner Seelenbinders an seinem Grab im Sportpark Neukölln anlässlich des 65. Jahrestages seiner Ermordung am 24.10.1944. Gewürdigt wurde das Auftreten von Dr. Klaus Huhn, die Teilnahme von über 150 Personen, darunter Mitglieder der GRH, Sportsenioren und Antifaschisten;
- die wissenschaftliche Konferenz von „offensiv“ am 10.10. und 11.10.09 zum 60. Jahrestag der Gründung der DDR, zu der eine Grußadresse der GRH verlesen wurde und Hans Bauer einen viel beachteten Diskussionsbeitrag gehalten hat;
- die Beratung von Mitgliedern des GRH-Vorstandes mit Vertretern des Vorstandes des Traditionsverbandes Nationale Volksarmee;
- die Jahreshauptversammlung des RotFuchs-Fördervereins am 31.10.09, auf der Hans Bauer zum Mitglied des Vorstandes gewählt wurde.
Der Vorstand nahm eine Information des Schatzmeisters zum Stand der Beitragskassierung entgegen und legte Maßnahmen fest (siehe Beitrag von H.–H. Nehmer)
Mit der Bestätigung von zwei Aufnahmeanträgen wurde der Mitgliederbestand durch jüngere Mitkämpfer verstärkt
.
 

 

 

Kultur – Bildung – Reisen
 

 

Rechtzeitig für jedermanns persönliche Planungen für das neue Jahr hat der Zentrale Arbeitskreis Kultur- und Bildungsreisen der GBM sein Programm für 2010 herausgegeben. Es liegt in der Geschäftsstelle der GRH sowie den TAG-Vorsitzenden von Berlin und des Berliner Umlandes vor.

Interessenten für diese Reisen können sich auch an die Geschäftsstelle der GBM in 10317 Berlin, Weitlingstraße 89,
Tel.: (030) 5 57 83 97, oder an den Leiter des Zentralen Arbeitskreises Gisbert Graff, Tel.: (030) 56 58 77 15 wenden. 
 

Bereits am 23. März 2010 startet die erste Busreise als Tagesfahrt zum Friedensfahrtmuseum in Kleinmühlingen, Bördeland, bei Magdeburg. Dort werden die Teilnehmer von Gustav Adolf Schur, „Täve“, erwartet, der durch das Museum führt, über Erlebnisse der Friedensfahrt plaudern wird und gern Fragen beantwortet. Der Hausherr, Horst Schäfer, wird außerdem über Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Museums informieren. Nach dem Mittagessen wird auf der Heimfahrt das Wasserstraßenkreuz Magdeburg mit dem Schiffshebewerk Rothensee besucht. Preis pro Person 42,00 €
 

Für die Tagesfahrt zum Friedensfahrtmuseum Kleinmühlingen am 23.03.10 können sich Mitglieder und Sympathisanten der GRH ab sofort bei Erhard Richter (Tel.: 030-5416668)  anmelden.
 

 

Buchempfehlungen


In der Roten Reihe des Verlages edition ost erschien jüngst ein Buch über eine Diensteinheit des MfS, über die viele Legenden und Entstellungen im Umlauf sind, aber über die es keine objektive Publikation gab. Dank dem Autor Eberhard Rebohle und dem Verleger Frank Schumann wurde diese Lücke mit
„Rote Spiegel. Wachsoldaten in der DDR“ (ISBN 978-3-360-01809-0)
nunmehr geschlossen.
 

Im gleichen Verlag ist in der Spotless-Reihe ein neues Buch von Prof. Dr. Detlef Joseph unter dem Titel
 „Antifaschismus war hier Staatsdoktrin“ (ISBN 978-3-360-02018-5) erschienen, eine an Fakten und Argumenten reiche und hochaktuelle Streitschrift gegen die Lügen über den „Mythos Antifaschismus“ in der DDR.

Beide Bücher sind darüber hinaus eine sichere Geschenkidee nicht nur zu Weihnachten.
(Reinhard Grimmer)

 

Hinweis

Die Geschäftsstelle der GRH wird d.J. letztmalig
am 22.12.09 von 9:00 bis 16:00 Uhr besetzt sein,
und ab 05.01.2010 wieder dienstags und donnerstags jeweils von 9:00 bis 16:00 Uhr.
Die Januar-Mitteilungen werden aus technischen Gründen erst ab 12.01.2010 ausgeliefert.


 

Wir gratulieren sehr herzlich
unseren Mitgliedern
 

zum 90. Geburtstag
 

Hugo Tresselt Bernau;
 

zum 85. Geburtstag
 

Walter Buchecker Berlin,
Werner Grünert Berlin,
Otto Ledermann Berlin,
Helmut Pätzold Görlitz,
Erwin Standfuß Pätz;
 

zum 80. Geburtstag
 

Dr. Hans-Joachim Böhme Halle,
Fritz Gieseler Löbau,
Manfred Höhne Berlin,
Horst Kugel Lindow,
Erhard Richter Berlin,
Ronald Weber Plauen;
 

zum 75. Geburtstag
 

Ernst Au Frankfurt/O.,
Ingeburg Büttner Meißen,
Gottfried Fiedler Berlin,
Dieter Hillebrenner Dresden,
Dieter Kempe Berlin,
Edgar Mütze Berlin,
Heinz Oestreicher Potsdam,
Walter Schneider Berlin,
Dr. Rolf Schöppe Halle;
 

zum 70. Geburtstag
Eberhard Hayn Elbersdorf,
Peter Pantke Berlin,
Reiner Prause Berlin,
Peter Schönfeldt Schönberg,
Günter Schulze Leipzig;
 

zum 65. Geburtstag
 

Hans-Peter Meißner Merseburg,
Christian Steinkopf Strausberg.
 

Allen Geburtstagskindern des Monats Dezember
wünschen wir beste Gesundheit, Kraft, viel Glück und ein weiterhin erfülltes Leben

 


Liebknecht – Luxemburg - Ehrung


Am 10. Januar 2010 findet in Friedrichfelde wieder die traditionelle Gedenkdemonstration statt.
Beginn ab 9.00 Uhr
Die GRH ist gemeinsam mit dem Soli-Komitee und ISOR durch einem Info-Stand vertreten
.
 

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