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Mitteilungen 12/11 Gesellschaft zur rechtlichen und humanitären Unterstützung e. V.
Franz-Mehring- Platz 1, 10243 Berlin t Tel/Fax: 030 2978 4225 t E-Mail: verein@grh-ev.org
Internet: www.grh-ev.org & www.grenztruppen-der-ddr.org & www.sport-ddr-roeder.de
Geschäftszeiten: Dienstag und Donnerstag von 9.00 h - 16.00 h t Redaktion: Dr. H.-H. Nehmer
Herausgeber: Der Vorstand t Kto. Berliner Volksbank Nr. 57 889 000 09 BLZ: 1009 0000
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Die “Mitteilungen” können als pdf-Datei gelesen, gespeichert und ausgedruckt werden (hier klicken)
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Zum Jahreswechsel wünschen wir unseren Mitgliedern und Sympathisanten ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr.
Besonders herzliche Grüße senden wir unseren in Haft befindlichen Freunden
Theresa Squillacote und Kurt Stand.
Anschriften: Kurt Stand # 42289 — 083 , Virginia Hall, FCC Petersburg Low, P.O.Box 1000, Petersburg, VA 23804, USA; - Theresa Squillacote # 42290 — 083 , FCI Danbury 33 ½ Pembroke Station - Danbury, CT 36811, USA
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Besuch bei uns aus den USA
Anfang November besuchte Lisa Stand, die Ehefrau unseres Freundes Kurt Stand, Deutschland. Sie nutzte die Gelegenheit zu einem Treffen mit der GRH und überbrachte eine Botschaft ihres noch immer im Bundesgefängnis in Petersburg/USA inhaftierten Kampfgefährten, in der er über seine im nächsten Jahr zu erwartenden Freilassung auf Bewährung informierte und in herzlichen Worten für die vielfältige Solidarität dankte, die ihm aus Deutschland, namentlich von der GRH und vielen ihrer Mitglieder und Sympathisanten während der vielen Jahre seiner Haft entgegengebracht wurde. Darin heißt es u.a.: „Einzeln und als Kollektiv durch eure Solidarität, die politische Unterstützung und persönliche Güte seit meiner Verhaftung 1997 habt ihr mir Kraft gegeben. Und ebenso stärkt ihr mich, wenn ich ins Jahr 2012 schaue und in die Zeit danach. Diese Solidarität hat für mich eine große Bedeutung, denn sie repräsentiert die Fortsetzung der besten Traditionen des deutschen Marxismus, eines Erbes, von dem die DDR ein wesentlicher Teil war, das ich achte…. Dieser Versuch, den Sozialismus aufzubauen, eine Gesellschaft zu errichten, die sich auf gegenseitige Unterstützung und internationale Solidarität gründet, schlug fehl. Das ist eine schmerzliche Erinnerung, denn das, was während seiner Existenz erreicht worden ist, ist es wert, erhalten und weiter entwickelt zu werden.“
Während Lisa Stands Aufenthalt in Berlin kam es zu mehreren, überaus freundschaftlichen und bewegenden Begegnungen mit Aktivisten der GRH. Der Vorsitzende, Hans Bauer, informierte den Gast über Aufgaben, Struktur und Arbeitsweise unserer Organisation und sparte auch unsere Probleme als konsequent linke Gruppierung nicht aus. Ein anschließendes Meeting mit etwa 50 Teilnehmern, in dem Kurts Gefährtin dessen Botschaft den Anwesenden übermittelte, gestaltete sich zu einem beeindruckenden Rapport über die Vielzahl und Intensität der von uns geübten Solidarität.
In den wenigen verbleibenden Tagen konnten wir unserem lieben Gast einen nachhaltigen Eindruck von Berlin vermitteln, besuchten mit Lisa unter anderem die Gedenkstätte KZ Sachsenhausen, in dem ein naher Angehöriger Kurts viele Jahre eingesperrt war und umkam, das Denkmal der Spanienkämpfer sowie die früheren Grenzanlagen.
All dies war nur möglich, weil viele Mitglieder unserer Organisation tatkräftig und selbstlos mitwirkten. Sie alle zu nennen, reicht der Platz nicht; aber all ihnen sei von ganzem Herzen gedankt, auch jenen, die anläßlich des Aufenthalts von Lisa erneut großzügig gespendet haben. (AG Kurt Stand)
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Aus den TAG und AG
TAG Leipzig
Die TAG Leipzig führte am 15. 11. 2011 gemeinsam mit den Vereinen Sport u. Gesellschaft Leipzig, ISOR, Förderverein Rotfuchs, dem Marxistischen Forum und der DKP eine Veranstaltung mit dem Sportjournalisten und Buchautor Dr. Klaus Ullrich Huhn im ehemaligen Sportforum durch.
Das Thema „Spurt durchs Leben“ war allerdings irreführend, denn mit den Episoden aus seinem Leben bewies Huhn, dass es ein langer Lauf über eine durchaus nicht glatte Bahn des Lebens mit vielen Phasen, Bergen und Ebenen, mit Erfolgen und Niederlagen, war. Überzeugend, spritzig, bissig und mit Humor, zeigte Klaus Ullrich Huhn, wie er unbeirrt in seinen Überzeugungen und treu seinen Idealen, oft listig aber immer prinzipiell, die verschiedensten Lebenslagen in grundverschiedenen Gesellschaftsordnungen meisterte. Dabei war er immer bestrebt, seinem Lande und dem Ansehen der DDR, nützlich zu sein.
Von wiederholtem Beifall begleitet, schilderte er, wie er dazu kam, Buchautor zu werden und einen Verlag zu gründen, um auf diese Weise den Bürgern der DDR zu helfen, unter ihnen aufgezwungenen kapitalistischen Lebensverhältnissen in Würde weiter zu leben und sich nicht mit sozialen Ungerechtigkeiten und politischem Unrecht abzufinden, sondern sich dagegen zu wehren. Die einerseits mitunter schweiksche Art und andererseits die prinzipielle Weise, politische Diffamierungen der DDR und ihrer Bürger sowie die gebetsmühlenhaften Wiederholungen von Lügen über die DDR zu entlarven, hat alle Teilnehmer direkt angesprochen und sie ermutigt, in gleicher Weise zu agieren, obwohl der Zustand der einzigen Partei in diesem Lande, die zu unterstützen wäre, sie manchmal verzweifeln lässt, ob so viel Dummheit und Nebensächlichkeit. Diese Veranstaltung war mehr als eine Buchlesung, von der Huhn von Anfang an selbst Abstand nahm. Gerade wegen der so lebensnahen Darstellung des volksverbundenen Lebensweges eines in seinen Überzeugungen durch nichts zu erschütternden Marxisten, war das für alle der über einhundert Teilnehmer eine Lehrveranstaltung und viele fanden sich in seinen Ausführungen wieder.
So war diese gemeinsame Veranstaltung nicht nur ein würdiger Abschluss eines aufgabenreichen Jahres, sondern auch ein optimistischer Ausblick auf 2012. Ihr Sinn bestand auch darin, den Zusammenhalt und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen beteiligten Organisationen zu festigen und damit ihre Wirksamkeit zu erhöhen. Wir denken, dass das gelungen ist und bedanken uns bei ihnen für ihren Beitrag bei Organisation dieses Tages. Klaus Ullrich wünschen wir ein langes Leben und eine bessere Gesundheit, damit er weiter für unsere gemeinsame Sache tätig sein kann.
(Karl Munkwitz)
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Trauer um Kurt Fritsch
"Den Schändern der DDR muss Einhalt geboten werden", schrieben Kurt und Isolde Fritsch vor wenigen Tagen an die GRH.
Nun hat sich Kurt für immer von uns verabschiedet. Mit ihm verlieren wir einen langjährigen treuen Kampfgenossen aus den "alten Bundesländern". Sein Kampfgeist und seine Solidarität sind uns Verpflichtung.
(Hans Bauer)
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Ehre ihrem Andenken
Am 19.10.2011 verstarb unser Mitglied
Dr. Ernst Hofmann
aus Berlin im Alter von 87 Jahren;
am 28.10.2011 verstarb unser Mitglied
Bernd Kirchhof
aus Oberweißbach im Alter von 71 Jahren;
am 14.11.2011 verstarb unser Mitglied
Ernst Girke
aus Berlin im Alter von 81 Jahren;
im November 2011 verstarb unser Mitglied
Edith Müller
aus Leipzig im Alter von 91 Jahren;
am 02.11.2011 verstarb unser Mitglied
Günter Rachel
aus Dresden im Alter von 86 Jahren;
am 19.11.2011 verstarb unser Mitglied
Kurt Fritsch
aus Braunschweig im Alter von 82 Jahren;
am 21.11.2011 verstarb unser Mitglied
Johannes Fürl
aus Berlin im Alter von 79 Jahren.
Unser tiefes Mitgefühl gilt allen Angehörigen und Freunden
Der Vorstand –TAG Friedrichshain, Suhl, Leipzig,
Dresden, Hellersdorfhre ihrem Andenken
Dresden, Hellersdorf
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Ein Märchen?
Der reiche und der arme Hans
Es waren einmal zwei Minister. Beide genossen in ihren Staaten hohes Ansehen. Sie waren bei vielen Menschen geachtet, verfügten über große fachliche und politische Fähigkeiten. Und sie dienten ihren Staaten und dem Gemeinwohl. Rein zufällig hießen beide Hans, und sogar die Nachnamen wiesen Ähnlichkeiten auf. Heute sind beide Pensionäre - wie man so sagt. Sie leben nun in einem Staate, und sie leben beide von ihren Altersbezügen. Hans, der Reiche, erhält Monat für Monat um 8.200€, Hans, der Arme, knapp 1.200€.
Dem reichen Hans ist das nicht genug. Gierig will er mehr und streitet mit der Justiz um weitere über 6.000€ pro Monat. Er meint, bei seiner Lebensleistung seien über 14.000€ angemessen.
Dem armen Hans aber ist seine Rente – wie Tausenden Gleichgesinnten – willkürlich gekürzt worden. Als Strafe, weil er Minister war, in einem anderen Staate. Selbst das allerhöchste Gericht der Republik, der Wächter über die Rechte der Menschen, der Unantastbarkeit ihrer Würde und Gleichbehandlung vor dem Gesetz, der Menschenrechte, hält diese Abstrafung für gerecht. Und verweigert ihm und anderen eine um nur wenige hundert EURO höhere verdiente Rente. Zwei Minister, zwei Diener ihrer Staaten, zweierlei Maß: 8.200 zu 1.200 – Hans Eichel und Hans Reichelt. Kein Märchen. Wirklichkeit im Jahre Zweiundzwanzig nach der "Einheit" im Rechts- und Sozialstaat Deutschland.
Die Moral von der Geschicht: Vergesst die Solidarität bloß nicht.
Hans Reichelt versus Obrigkeit, ist aller Angelegenheit.
Dies neue bundesdeutsche Land braucht einheitlichen Widerstand.
Und nur wer dazu ist bereit, erstreitet auch Gerechtigkeit.
(Hans Bauer)
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Aus der Postmappe
„Mein Name ist R…, und ich bin ein junger Kommunist aus Nürnberg. Ich möchte mich herzlich bei euch für eure Arbeit bedanken.
Was ihr tut, ist sehr wichtig. Die Menschen, für die ihr euch einsetzt, sind schutzlos, weil ihnen sonst keiner hilft. Ihr "Verbrechen" ist, dass sie am Aufbau des Sozialismus in der DDR beteiligt waren. Dass das zum Verbrechen gemacht werden soll, betrifft uns alle. Hier ist Klassensolidarität das höchste Gebot, und es ist gut, dass ihr euch dagegen stemmt, diese Menschen und damit zugleich die Geschichte der DDR zu kriminalisieren.
In diesem Sinne noch einmal: Vielen Dank dafür! R…“
(Aus einer Mail an die GRH vom 09.11.11)
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Unrecht per Gesetz
Nun ist es also angenommen. Verantwortungslos und bedenkenlos. Auch der Bundesrat hat ihm mehrheitlich zugestimmt. Wie so vielen Unrechtsgesetzen. Und doch ist das geänderte „Stasi-Unterlagengesetz“ eine Steigerung an Willkür und Perfidie. Wahrlich ein „geniales Meisterwerk juristischen Geistes“, entsprungen politischen Hasses.
Erneute Verlängerung von „Stasi-Überprüfungen“ bis 2019, erweiterte Überprüfungsmöglichkeiten und die Zwangsversetzung von 47 Mitarbeitern der BStU-Behörde Jahns, das sind die Markenzeichen dieser Novelle.
Selbst Leute aus den eigenen Reihen empfinden Scham über ein solches Machwerk, das den hehren Rechtsstaat demaskiert. Nichts an diesem Gesetz entspricht dem Verfassungsanspruch: Erstens begründet es rückwirkend negative Rechtsfolgen, zweitens diskriminiert es Menschen wegen ihrer politischen Vergangenheit, drittens verlängert es völlig unverhältnismäßig Verjährungsfristen für nicht strafbare Handlungen, viertens ermöglicht es andauernde Berufsverbote, fünftens forciert es die weitere Spaltung des Landes. Nebenbei sichert es gut dotierte Posten und auskömmliche Einkommen sehr vieler Mitarbeiter dieser unsäglichen Behörde mit ihren Nebenstellen. Als Begründung solcher Rechtsakrobatik werden Befindlichkeiten der Opfer, wird Bedarf genannt. Dabei ist bestens bekannt, wie solcher „Bedarf“ künstlich erzeugt wird. Manipulation in allen ihren Spielarten heißt das emotionale Waffenarsenal. Da werden IMs gejagt, Opfer kreiert, rührselige Storys erfunden, filmische Schmonzetten produziert, wie jüngst das Machwerk über Hoheneck, massenweise „Bildungsreisen“ zu Gruselstätten organisiert. Die Medien sind willige Verbreiter und Vollstrecker solcher „zivilisatorischer“ Errungenschaften. Was auf der Strecke bleibt, sind Recht und Moral. Und die Wahrheit. Eine wirklich „feine“ Gesellschaft, dieser Rechtsstaat! (Hans Bauer)
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Wir gratulieren sehr herzlich
unseren Mitgliedern
zum 85. Geburtstag
Horst Brehmer, Berlin,
Fritz Durchstecher, Klein-Ziethen,
Grete Krause, Magdeburg,
Marianne Skubella, Berlin;
zum 80. Geburtstag
Herbert Jakubzik, Mesekenhagen,
Jutta Kleiber, Berlin,
Heinz Sudek, Berlin,
Alfred Weigelt, Bischowswerda;
zum 75. Geburtstag
Joachim Hempel, Strausberg,
Günter Mehnert, Plauen,
Peter Oldenburg, Schwerin;
zum 65. Geburtstag
Manfred Pinger, Bestensee;
zum 60. Geburtstag
Roland Fritsch, Bautzen;
Hartmut Pfeil, Berlin.
Allen Geburtstagskindern des Monats Dezember wünschen wir beste Gesundheit, Kraft, viel Glück und ein weiterhin erfülltes Leben.
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,‚Gutes Ende im Denkmalstreit‘
So lautete eine Überschrift im „nd“ am 21.11.2011 auf Seite 4. Es geht darin um den mutigen Kampf des Rentners Wilfried Bretschneider aus Döbeln, der sich zunächst mit Briefen und Plakataktionen und schließlich mit dem Filzstift gegen den Zusatz „1933-1989“ auf einem Gedenkstein vor dem Lessing-Gymnasium in Döbeln mit der Inschrift: “Zum Gedenken an die Lehrer und Schüler, die Opfer von Krieg, Unrecht und Willkür wurden“ wandte. Der Zusatz „1933-1989“ ist zwar weg, aber Herr Bretschneider wurde Anfang 2010 wegen „gemeinschädlicher Sachbeschädigung“ verurteilt und hätte 3.424,32 € zahlen sollen. Wir berichteten in Mitteilungen 4/10 und 5/10 über den Fall und die Solidarität der GRH mit ihm.
Laut „nd“ hat sich Wilfried Bretschneider bei allen Spendern bedankt. Er sagte: “Die späte Korrektur, für die meine Aktion der Auslöser war, können sie auch als ihren Erfolg betrachten“. (Dieter Stiebert)
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In eigener Sache
An alle, die zum Ende des Jahres noch wichtige Informationen per Post, Mail oder Telefon an den Vorsitzenden, den Schatzmeister, den Geschäftsführer oder an die Leiter der Arbeitsgruppen senden möchten, ergeht der Hinweis:
Die Geschäftsstelle der GRH in Berlin hat 2011 letztmalig am 22.12. geöffnet. Sie ist also sowohl am 27.12. als auch am 29.12. geschlossen. Aber bereits am 03.01.2012 geht es wie bisher weiter.
Termine
Die GRH ist mit Informationsständen dabei
- am 14.01.2012 zur XVII. Rosa-Luxemburg-Konferenz im Urania-Haus, Berlin;
- am 15.01.2012 zur Liebknecht-Luxemburg-Demonstration zur Gedenkstätte der Sozia-listen in Berlin-Friedrichsfelde.
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