Mitteilungen 8/10
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Wertvoller Gedankenaustausch
 

Auf Initiative von Mitgliedern der AG Sport unserer GRH fand am 29. Juni 2010 im Sportmuseum Berlin-Marzahn-Hellersdorf ein erster Erfahrungsaustausch mit Leitern von Sportmuseen statt. Dabei stand der Gedankenaustausch über die inhaltliche Gestaltung der Museumsarbeit, insbesondere die Wahrung der Sportgeschichte der DDR, die Zusammenarbeit bei thematischen Ausstellungen sowie die Öffentlichkeitsarbeit im Mittelpunkt der Beratung.
Die anwesenden Vertreter der Sportmuseen aus Oberhof, Kleinmühlingen, Strausberg und Marzahn-Hellersdorf begrüßten diese Form der Begegnung und sprachen sich für weitere Zusammenkünfte jeweils in einem anderen Sportmuseum aus.
Unsere TAG´s sollten die Möglichkeit nutzen und Treffen von Mitgliedern und Sympathisanten in einem Sportmuseum durchführen. Die AG Sport würde dabei gern durch Gesprächspartner präsent sein.
(Erhard Richter)
 

 

Aus dem Leben der TAG
 

Am 17. Juni 2010 führte die TAG Suhl eine Versammlung durch, an der der Vorsitzende der GRH Hans Bauer, der Geschäftsführer Dieter Stiebert und der Leiter der AG Grenze Manfred Kleemann teilnahmen.
Im Mittelpunkt stand die Auswertung der Zusammenkunft des Vorstandes der GRH im Januar 2010 mit TAG-Vorsitzenden, Sprechern und Kassierern in Leipzig. Zu den dort beratenen Fragen wie politische Arbeit im Territorium, Vernetzung mit anderen linken Organisationen, Vereins- und Betreuungsarbeit in den TAG sprach einleitend Hans Bauer.
Die anschließende Diskussion war lebhaft und sachlich. Schwerpunkt war der Erhalt und die Bewahrung der Arbeitsfähigkeit der TAG Suhl. Auf Grund des zunehmenden Alters und unter Beachtung des Gesundheitszustandes der Mitglieder der TAG sind entsprechende Arbeitsweisen neu zu durchdenken.
Als bedeutsam wurde die aktive Mitarbeit in der Koordinierungsgruppe Suhl gewürdigt, in der 13 Verbände und Vereine mitwirken und auf das gesellschaftliche Leben in der Stadt Suhl ausstrahlen. Veranstaltungen und Treffen früherer Einheiten der Grenztruppen der DDR und anderer bewaffneter Organe der DDR werden von Mitgliedern der TAG besucht und aktiv unterstützt. In der Diskussion genannte Kollektive, die bisher kaum bekannt waren, sind ebenfalls aufzusuchen und zu unterstützen.
Sehr erfreut wurde der Bericht unseres Kassierers Frank Klipphahn über die hundertprozentige Abrechnung der Mitgliedsbeiträge und Spendengelder von Mitgliedern und von über 30 Sympathisanten, die unsere GRH schon seit Jahren durch Spenden unterstützen, aufgenommen.
Um unsere Arbeit kontinuierlich fortzuführen, hat die Versammlung beschlossen, im Oktober nach der Vertreterversammlung der GRH die nächste TAG-Versammlung durchzuführen, mit dem Ziel, unter Beachtung unserer Altersstruktur die Aufgaben neu zu verteilen. Zur Zeit haben wir keinen Vorstand, sondern einen Sprecher, einen Kassierer, ein Mitglied in der Koordinierungsgruppe Suhl und mehrere Mitglieder, die monatlich die Dokumente austragen bzw. verschicken.
(Harry Beutner, - redaktionell bearbeitet)

 

Aus der Arbeit des Vorstandes
Juli 2010
 

1. Die zeitweilige Arbeitsgruppe „Beitragsrückstände“ berichtete über den Abschluss der Recherchen. Nunmehr ist es erforderlich, die Ergebnisse zu erfassen und die Mitgliederkartei auf den aktuellen Stand zu bringen. Bis Ende August ist für den Vorstand eine Beschlussvorlage zu erarbeiten.
2. Erhard Richter informierte den Vorstand über den auf Initiative von Mitgliedern der AG Sport der GRH am 29.06.2010 im Sportmuseum Marzahn-Hellersdorf mit Vertretern des Wintersportmuseums Oberhof, des Friedensfahrtmuseums Kleinmühlingen und des Sportmuseums Strausberg erfolgreich durchgeführten Erfahrungsaustausch.(siehe Bericht dazu in dieser Ausgabe).
3. In der Information von D. Stiebert und M. Kleemann über die Teilnahme an einer Versammlung der TAG-Suhl würdigten sie die Verdienste von Harry Beutner um die TAG, die einhellige Auffassung der TAG-Mitglieder zum Fortbestand der TAG, die Festlegungen zur Verbesserung der Führungsarbeit sowie die erfolgreiche Arbeit in der Koordinierungsgruppe Suhl und in Einheiten der bewaffneten Organe der DDR. (siehe dazu auch den Bericht über die Versammlung der TAG Suhl am 17.06.10).
4. Reinhard Grimmer konnte den Vorstand darüber informieren, dass in den vergangenen Wochen weitere Buchvorstellungen zu „Fragen an das MfS“ in TIG von ISOR und TAG der GRH erfolgten und Ende Juli 2010 die dritte überarbeitete und erweiterte Auflage des Buches erscheinen wird. Von Buchhandlungen wird das Buch nach wie vor stark nachgefragt.
5. Beraten und bestätigt wurde ein Antrag auf materielle Unterstützung über 300,00 € sowie die Aufnahme von fünf neuen Mitgliedern.

Was uns noch bedeutsam erscheint und bewegt:
Unsere Geschäftsstelle erhält leider immer wieder auch Nachrichten über Erkrankungen standhafter Mitstreiter und Kampfgefährten. Durch Krankenhausaufenthalte, Operationen, Kuren und Einweisungen in Betreuungsheime sind sie nicht mehr oder nur beschränkt in der Lage, am Vereinsleben der GRH teilzunehmen, obwohl sich die betreffenden TAG in der Betreuungsarbeit große Mühe geben. Wir sind in Gedanken bei ihnen und wünschen allen Betroffenen Besserung ihrer Gesundheit und Wohlergehen.

(Dieter Stiebert)

 

 

Nachtrag zum Thema Ansehen der DDR und der BRD
 

Einen interessanten Beitrag zum Thema Vergangenheitsbewältigung in beiden deutschen Staaten leistete Generalmajor a.D. Dieter Winderlich, letzter Chef der DVP, in ‚ISOR –aktuell‘ Nummer 6/2010 unter dem Titel: „Deutsche Volkspolizei – einzige antifaschistische Polizei auf deutschem Boden“.
Er beschreibt die Gründungsgeschichte der DVP aus der politischen Grundidee der Entstehung der DDR und ihrer bewaffneten Organe, die Schwierigkeiten und Gegensätze zur BRD.
Die Chefs der DVP Dr. Kurt Fischer, Karl Maron und Friedrich Dickel waren erprobte Antifaschisten und eben keine Kader mit brauner Vergangenheit. Die Volkspolizei war stets mit dem Volke verbunden, was an ihrer Entwicklung und ihrem Erscheinungsbild nachgewiesen wird. Das galt ebenso für alle anderen bewaffneten und Staatsorgane.
Auch an der Personalpolitik heben sich die beiden deutschen Staaten prinzipiell voneinander ab.
Das soll vergessen gemacht werden!
Das ist der Kern des antikommunistischen Ge-habe der Vergangenheit und Gegenwart!
(Dr. Hans-Herbert Nehmer)
 

 

Vormerken
 

Auch in diesem Jahr findet am 03. Oktober
die Alternative Einheitsfeier des OKV in Berlin statt.

Modalitäten werden noch bekanntgegeben.

 

 

 

Zur Erinnerung
 

Einige TAG haben ihre gewählten Vertreter zur

Vertreterversammlung leider noch nicht gemeldet.

 

 

 

Ehre seinem Andenken
 

Am 01.07.2010 verstarb unser Mitglied
Willi Aster
aus Stendal im Alter von 84 Jahren;

 

Unser tiefes Mitgefühl gilt allen Angehörigen und Freunden
Der Vorstand – TAG Stendal

 

 

 

Thälmann – Ein Report


Abseits von „Heldenehrung“, abseits aber auch von antikommunistischen „Enthüllungen“ neuerer Zeit würdigen Eberhard Czichon und Heinz Marohn den deutschen Arbeiterführer. Sachlich und historisch genau, manchmal minutiös und gerade deshalb spannender als mancher Krimi, liefert ihr Report Schlüssel zum Verständnis von Leben und Wirken Ernst Thälmanns in seiner Zeit und der wechselseitigen Einflüsse zwischen ihm, seiner Partei und der kommunistischen Weltbewegung.
Akribisch durchforsteten die Autoren die Archive, und manches bisher nicht oder wenig Bekannte sorgt für neue Klarheit. Manche Legende aus verschiedenster politischer Richtung hielt der Überprüfung nicht stand. (Auszug aus einem Beitrag von Konstantin Brandt in RotFuchs Nr. 150 vom Juli 2010)
Die Mitarbeit von Rechtsanwalt Ralph Dobrawa an dem Buch bestand darin, dass er auf der Grundlage von Unterlagen aus dem Bestand von Prof. Dr. Friedrich Karl Kaul die Scheinheiligkeit und Verschleppungsmentalität der Justizorgane der BRD bei der strafrechtlichen Verfolgung der dort wohnhaft gewesenen Mörder Ernst Thälmanns nachweist. Andererseits hat die DDR alles unternommen, um den Mord an Ernst Thälmann aufzuklären und seine Mörder strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen. (Dieter Stiebert)

 

Eberhard Czichon / Heinz Marohn, unter Mitarbeit von Ralph Dobrawa:

„Thälmann – Ein Report“,

2 Bände im Schuber, Verlag Wiljo Heinen, ISBN 978-3-939828-56-3, 32 Euro

 

 

Solidarität für den Erhalt der Thälmann-Gedenkstätte


Mit der Schändung und dem Abriss der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals, bei der die Brandenburger Rot-Rote-Koalition leider keine rühmliche Rolle spielte, soll das Andenken und die Erinnerung an Ernst Thälmann, an den mutigen Widerstand deutscher Kommunistinnen und Kommunisten gegen den deutschen Faschismus ausgelöscht werden. Damit dies nicht geschieht, soll der Kern der Gedenkstätten-Ausstellung als Wanderausstellung im ganzen Land gezeigt werden. Für die Finanzierung dieses Vorhabens bittet der Freundeskreis um Unterstützung durch Spenden an:
Kto.Nr.: Deutsche Bank 3302254
BLZ: 120 700 00
Kontoinhaber: Freundeskreis

 

 

Wir gratulieren sehr herzlich unseren Mitgliedern
 

zum 85. Geburtstag
Bernhard Orzechowski Berlin,
Heinz Rahnsch Berlin;


zum 80. Geburtstag
Hans-Dieter Berendt Potsdam,
Hans-Joachim Kahlmeyer Berlin,
Jürgen Mai Halle,
Johanna Rumberg Freital,
Winfried Wähler Woltersdorf;
 

zum 75. Geburtstag
Gertraude Beer Chemnitz,
Dr. Hagen Blau Chibashi,
Gustav Geßner Berlin,
Sigrid Greiner Kritzmow,
Eberhard Kopprasch Berlin,
Kurt Plache Berlin,
Renate Stranowsky Neubrandenburg,
Werner Teichmann Leipzig,
Helga Urban Leipzig;
 

zum 70. Geburtstag
Werner G. Fischer Berlin
Dieter Hoffmann Erfurt,
Ulrich Holletz Berlin,
Edith Jurich Berlin,
Karl-Heinz Lagodzki Leipzig,
Volker Pelz Oranienburg,
Dietmar Schröter Berlin,
Klaus Schubert Dresden;


zum 65. Geburtstag
Peter Bauer Weißenfels,
Kristine Matting Gera;


zum 60. Geburtstag
Horst Butzke Gera,
Lothar Heistermann Chemnitz,
Helmut Wallborn Jerchel,
Wilfried Weidner Berlin.


Allen Geburtstagskindern des Monats August
wünschen wir beste Gesundheit, Kraft, viel Glück und ein weiterhin erfülltes Leben.

 

 

 

Verdächtige Nazibekämpfung‘
 

Plötzlich müssen sich zwei uralte Kriegsverbrecher vor Gericht verantworten. Der jüngste Prozess erscheint beinahe als Schmierenkomödie, würde da nicht der ernste Hintergrund der Vergangenheit in die Gegenwart wirken.
Da geniert sich ein deutsches Gericht nicht, den Angeklagten mit seinem Krankenbett in den Gerichtssaal vorführen zu lassen.

Als wenn man nicht schon Jahrzehnte früher hätte aktiver sein können. Eine Auswertung des bereits 1965 in der DDR herausgegebenen Braunbuchs wäre Quelle ernsthafter Naziverfolgung gewesen, wenn man nur gewollt hätte.


Das betrifft ebenso die plötzliche „Entdeckung“ von Naziverstrickungen vieler Mitarbeiter in Polizei und Geheimdiensten der BRD. Sicherlich sind jüngste „Enthüllungen“ in Medien, zum Beispiel in der ‚Berliner Zeitung‘ vom 12.07.10 unter dem Titel ‚Verschleppte Aufarbeitung‘ von Andreas Förster, interessant.
Aber Geschichtsinteressierte und politisch Denkende wussten und wissen solche Tatsachen schon seit Beginn der Gründung der BRD.
Im Gespräch mit Robert Allerts führte unser Mitglied Dieter Skiba u.a. zum Braunbuch aus: “Das Buch wurde bis auf den heutigen Tag geschmäht, bagatellisiert, als Machwerk ‚der Stasi‘ denunziert, von der Politik ignoriert. Aber nicht einer der dort Genannten hat jemals geklagt. Denn die Fakten stimmen nachweislich. Der ehemalige Kriminaldirektor Dieter Schenk im Bundeskriminalamt (BKA) räumte im Herbst 2001 vor Fernsehkameras sogar ein: Das Braunbuch habe „sachlich einen Makel“: Es untertreibt. „von den 57 Führungskräften des BKA hätten nur zwei keine braune Weste getragen“ schreibt er in seinem Buch ‚Die braunen Wurzeln des BKA‘. Dort nennt er eine Vielzahl solcher SS- und SD-Angehörigen in Diensten des BKA, zu denen in der HA IX/11 Material gesammelt und Dossiers angelegt worden waren.“ (Vgl. ‚junge Welt‘ vom 17./18. Juli 2010)


Was steckt hinter der hektischen Wiederbelebung von Verfolgungen und Enthüllungen?
Nichts anderes als verstärkter Kampf gegen die Erinnerung an die DDR als konsequent antifaschistischer und friedliebender Staat bei gleichzeitigem Versuch der Nachbesserung des eigenen skandalösen politischen und realen Erscheinungsbildes zur braunen Erbschaft der BRD.
Was anders bedeutet das heutige Krankenbett im Gerichtssaal im Verhältnis zu früher üblichen Verfahrenseinstellungen gegenüber teils nicht einmal nachgewiesenen „Krankheiten“ angeklagter Nazi-Verbrecher?
Was anders bedeutete die seltsame Umdeutung von Mord in Totschlag? Doch nur, um tausende Verbrechen als verjährt erklären und die Täter schützen zu können?


Wenn hier gegenwärtig politische Einsicht und Ehrlichkeit im Spiele wäre, weshalb verweigert man noch immer die volle Anerkennung der Kämpfer gegen Faschismus und Krieg als Opfer?

Weshalb rehabilitiert man nicht die in den 50-er und späteren Jahren verfolgten Kommunisten und anderen Demokraten, die sich gegen Wiederbewaffnung und für den Frieden in der Welt eingesetzt haben und nach dem längst durch das BVG als verfassungswidrig erklärten “Blitzgesetz“ verurteilt wurden?
Hier wird mit brutalem politischen „Vergessen“ auf die Karte des Aussterbens der Betroffenen gesetzt. Kein Krankenbett wartet auf sie!
(Dr. Hans-Herbert Nehmer)

 

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