
Aus dem Bericht des Vorstandes an die 8. Vertreterversammlung
... Die GRH begeht 2008 ihr 15-jähriges Bestehen. Überall in unseren TAG und in einer Veranstaltung mit unseren Gründungsmitgliedern wurde und wird dieses Jubiläum in Einheit politischer Willensbekundung und solidarischer Verbundenheit begangen. Es ist zwar Zufall, dass wir auch in diesem Jahr den 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte begehen, aber für uns als eine Menschenrechtsorganisation, als Widerstands-, Solidar- und Opfergemeinschaft gegen Unrecht und Unfrieden, ist dieses bedeutsame Jubiläum zugleich Programm, Maßstab und Anspruch an unsere eigene Arbeit. .... Hassprediger haben alle Freiheiten und Möglichkeiten, die gesellschaftliche Atmosphäre weiter anzuheizen und zu vergiften. Uns dagegen werden zunehmend die Möglichkeiten genommen, Grundrechte wahrzunehmen. ... Die wütende Reaktion der Mächtigen auf unsere Aktivitäten, die Einschätzung des Berliner Verfassungsschutzes, die GRH sei das „schärfste Schwert“ der „Stasi-Organisationen“, beweist die Richtigkeit und Wirksamkeit unseres Handelns. Die Anerkennung großer Teile der Bevölkerung - zunehmend auch Westdeutscher - für unsere Arbeit bestärkt uns darin, dass wir mit unserem Wirken die Interessen vieler vertreten.
Liebe Freunde, Bedingung erfolgreicher Arbeit in der GRH ist und bleibt die Tätigkeit des Vorstandes, seiner Facharbeitsgruppen und der TAG. Der Erfolg der GRH insgesamt hängt dabei von der Stärke jedes einzelnen Kollektivs ab. ...“
(Es folgt die Darstellung der Ergebnisse der Tätigkeit der Arbeitsbereiche. Der 17-seitige Bericht kann auf Anforderung in der Geschäftsstelle eingesehen werden. Hier nur schwerpunktartige Hervorhebungen.)
„...Die AG Betreuung sah und sieht ihre Verantwortung bei der Um- und Neuorientierung der Betreuungsarbeit, ihrer inhaltlichen und organisatorischen Umsetzung und Weiterentwicklung vor allem in ihrer Beratungs- und Informationspflicht gegenüber dem Vorstand der GRH und den TAG-Vorständen, in der Organisation und Entwicklung eines wechselseitigen Kommunikationsnetzes zum Austausch von Erfahrungen und bei der Entwicklung neuer oder zweckmäßigerer Praxis in der täglichen Arbeit.... Die gegenwärtige Betreuungsarbeit ist eine Gesamtheit von politischen, moralischen, finanziellen und materiellen Möglichkeiten und Aktivitäten. Sie umfasst alle denkbaren Formen und Methoden der Unterstützung des einzelnen Mitgliedes, die seiner moralischen und politischen Stabilisierung dienen, ihm Kraft geben, aufrichten, Geborgenheit vermitteln und ihm zugleich helfen, an einem Leben in Würde aktiv teilzunehmen. Sie trägt entscheidend dazu bei, dass unsere Gemeinschaft für viele zu einer Heimat geworden ist. Dieser Anspruch sollte auch nach außen noch sichtbarer werden. Geldzuwendungen nach der Richtlinie sind dann gerechtfertigt, wenn die tatsächliche soziale Notlage es gebietet. Hier liegt eine große Verantwortung bei den TAG für eine noch gründlichere und differenziertere Prüfung bei strikter Beachtung der Richtlinie zur Gewährung materieller humanitärer Unterstützung, besonders ihrer §§ 4 und 5, um jeden Automatismus zu vermeiden. ...
„...Neben der zentralen Veranstaltung der AG Grenze am 2.12.06 (Herbsttreffen in Strausberg) fanden in fast allen ehemaligen Standorten der Grenztruppen Treffen statt, die vor allem von Solidarität, Pflege der Traditionen und Festigung des gegenseitigen Zusammenhalts geprägt waren. Die Gesamtteilnehmerzahl dieser Veranstaltungen wird mit 1100 beziffert. Zu würdigen sind in diesem Zusammenhang die Leistungen zur Schaffung geschichtlich bedeutender Dokumente, wie die beiden DVD ... sowie eine viel beachtete Ausstellung zur Geschichte der Grenzpolizei / Grenztruppen der DDR, die nach der Veranstaltung vom 02.12. an mehreren Orten gezeigt werden konnte. ... Mit Beschluss des Vorstandes der GRH vom 05.08.2008 wurde der Initiative zur Bildung einer „Interessengemeinschaft Grenzernachlässe und Archiv“ (IGRA) und deren Arbeitsordnung zugestimmt. ...
Die AG „Grenze International“ musste im Berichtszeitraum ... neu strukturiert werden. ... Zur weiteren Gestaltung der freundschaftlichen Zusammenarbeit findet am 18.11.08 in Prag eine gemeinsame Beratung zwischen Vertretern der GRH und der KCP statt. Am 26.10.08 werden Mitglieder der GRH an der Einweihung eines Denkmals zu Ehren gefallener tschechischer Grenzer teilnehmen.“
„ Die Tätigkeit der AG Aufklärer ... wurde im Berichtszeitraum von 4 Schwerpunkten bestimmt: 1. Vorbereitung und Durchführung der internationalen Konferenz zum Thema ‚Hauptverwaltung Aufklärung – Geschichte, Aufgaben, Einsichten’. ... Die ursprünglich für den 17.6.07 in Berlin geplante Konferenz wurde durch eine konzertierte Aktion der Berliner CDU, der Leitung der Birthler-Behörde und Frau Hildebrandt vom ‚Berliner Mauermuseum’ mit dem Mittel der politischen Verleumdung zunächst verhindert. Der damit brüskierte Veranstalter beschloss daraufhin die Durchführung der Konferenz am Sitz der Universität in Odense/Dänemark am 17. und 18. November des vergangenen Jahres. Auf der Konferenz mit ca. 250 Teilnehmern, darunter ca. 100 Mitglieder und Sympathisanten der GRH, sprachen 11 ehemals leitende Mitarbeiter der HVA zu den festgelegten Themen. 13 westliche Wissenschaftler, darunter solche aus den USA, aus Großbritannien und Holland trugen ihre Erkenntnisse und Meinungen vor. ... 2. Untersuchungen zur Gründung und Entwicklung der deutschen Geheimdienste nach 1945, die in dem 2007 erschienen Sachbuch „Angriff und Abwehr“ enthalten sind. In die Analyse wurden ca. 1000 freigegebene CIA-Dokumente sowie bisher vorliegende Untersuchungen und Veröffentlichungen einbezogen. ...“
„DieAG Sicherheit ... hat wesentlich dazu beigetragen, die Wirkung der GRH nach außen zu erhöhen, den inneren solidarischen Zusammenhalt und das Selbstbewusstsein aller Mitglieder, besonders aber ehem. Angehöriger des MfS, zu stärken. ... Hervorzuheben ist die umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit im Zusammenhang mit Buchvorstellungen und der Vertrieb der Bücher. ... In Weiterführung dieser Ergebnisse und Erfahrungen ergeben sich vor allem folgende Schwerpunkte für Tätigkeit der AG: - Verstärkung der Aufklärungsarbeit unter der jungen Generation. ... - Erarbeitung von vertiefenden Materialien über die Tätigkeit des MfS auf speziellen Abwehrgebieten, einschließlich zur Entlarvung und Zurückweisung der Lügenszenarien in der Gedenkstätte Hohenschönhausen und anderen „Gedenkstätten doppelter Vergangenheit“ sowie zur Untersuchungstätigkeit des MfS. - Mitwirkung an der kritischen Analyse und Entlarvung der durch die Bundesregierung beschlossenen Erinnerungs-/Gedenkstättenkultur des Bundes und der Länder zur Delegitimierung der DDR und der Rolle der BStU-Behörde und anderer „Aufarbeitungszentren und –einrichtun-gen“. - Aktive Unterstützung der GRH-TAG und von Diskriminierung betroffener DDR-Bürger zur Durchsetzung der Persönlichkeits- und Datenschutzrechte. - Fortführung von Diskussionsveranstaltungen in TAG u.a. ...zu den Themen:„Die DDR und ihre staatliche Sicherheit“, „Wider den Lügen vom Mythos Antifaschismus der DDR/des MfS“, „Zur Rolle der Gruselkabinette in der Erinnerungsschlacht“...“
„DieAG Sport organisierte gemeinsam mit dem Freundeskreis der Sport-Senioren massenwirksame Aktionen. So wurden Veranstaltungen zur Rückbenennung des Sportparks Berlin-Neuköln in "Werner-Seelenbinder-Sportpark" und in Berlin-Marzahn die Schwimmhalle in „Helmut-Behrend-Schwimmhalle“ durchgeführt. ... Gegenwärtig konzentriert sich die AG Sport auf die inhaltliche, materielle und teilweise finanzielle Unterstützung der bestehenden Sportmuseen in Frankfurt/0. und Kleinmühlingen (Friedensfahrt) sowie auf die sich im Aufbau befindlichen Sportmuseen in Berlin-Marzahn, Leipzig und Strausberg. Sie haben die Aufgabe, Bewahrenswertes zu erhalten, die wahre Sportgeschichte der DDR zu dokumentieren und das geistig-kulturelle Leben in den Orten zu unterstützen....“
„Im Mittelpunkt der Informationsarbeit (AG Ifo. und Dok.) stand die regelmäßige Herausgabe von Informationen für Mitglieder, Sympathisanten und Interessierte. ... In monatlichen Beratungen wählen die 9 Mitglieder der Gruppe die Probleme für unsere Informationshefte aus. ... Eine Aufgabe ... bestand in der Erarbeitung der Chronik der GRH. Sie soll ein Beitrag sein zum 15. Jahrestag unserer Gründung und wird Anfang 2009 erscheinen. ... GRH-Nachrichten werden nicht nur an die Mitglieder, sondern auch an Organisationen, Einrichtungen und an einzelne Persönlichkeiten versandt. ... Die monatlichen Mitteilungen dienen unverändert der regelmäßigen Information aller Mitglieder und Sympathisanten über das Leben und Wirken in der GRH, aber auch über Ereignisse aus der politischen Tätigkeit und geben Anregungen zum aktiven Mittun. ... Die Auseinandersetzung mit Verleumdungen der GRH und den Problemen der Geschichtsfälschung ... wird auch künftig eine vorrangige Aufgabe sein. ... Zu wünschen wären mehr Zuschriften über politische Aktivitäten in den TAG zu diesem Grundsatzthema. ... Wachsende Bedeutung für die gesamte Arbeit der GRH messen wir den Möglichkeiten des Internet bei. ... Der Arbeitskreis Internet ist für jeden Vorschlag, jede Unterstützung und jede Mitarbeit offen....“
„DieAG Recht hat sich auch im zurückliegenden Berichtszeitraum mit übergreifenden Initiativen sowohl innerhalb der GRH aber auch gemeinsam mit anderen Parteien und Organisationen mit sozialen, politischen und rechtlichen Fragen befasst. Unverändert hat sie sich der Gesamtkonzeption der GRH, der gesellschaftlichen Rehabilitierung, gewidmet. Dabei standen politische und juristische Fragen der Geschichte der DDR, ihrer Bewertung und der Verfälschung und Vertuschung historischer Vorgänge im heutigen Deutschland im Vordergrund, ... insbesondere Menschenrechts- und Verfassungsfragen. ... Einen Schwerpunkt in der Arbeit der AG Recht stellten die anhaltenden sozialen Probleme unserer Mitglieder dar. Hier konzentrierten wir uns auf zwei Fragen: - auf das anhaltende Rentenunrecht, speziell das Rentenstrafrecht. ... - ein zweites Feld war die Qualifizierung der Betreuungsarbeit. ... Einen Schwerpunkt unserer Tätigkeit bildeten, z.T. in enger Kooperation mit der AG Sicherheit und mit Zustimmung des Vorstandes, Fragen des Schutzes unserer Mitglieder und Sympathisanten vor Verleumdung und Diffamierung, kurzum vor Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte. Mehrere außergerichtliche und gerichtliche Verfahren wurden von uns initiiert, begleitet, vertreten und in ideeller, juristischer und finanzieller Weise unterstützt. ...“
„Die Geschäftsstelle der GRH ...war und ist in vielfacher Weise Dreh- und Angelpunkt für die Wirksamkeit der GRH insgesamt, des Vorstandes und der Arbeitsgruppen. ... Von daher war sie in der zurückliegenden Berichtsperiode auch ein Ort der Begegnung, der Kommunikation und des Erfahrungsaustausches. Sie ist Treffpunkt unserer Mitglieder und Sympathisanten, wurde aber auch von Personen aufgesucht oder angeschrieben, die sich für unsere Gesellschaft und ihre Tätigkeit interessierten. .. Entsprechend der Orientierungen des Vorstandes wurde von der Geschäftsstelle, unterstützt von den Berliner TAG, auch in der zurückliegenden Berichtsperiode gewährleistet, dass sich die GRH bei verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen durch einen Informationsstand, zumeist gemeinsam mit dem Solidaritätskomitee und mit ISOR, erfolgreich präsentiert hat. ....“
„Große Aufmerksamkeit in der Arbeit des Vorstandes genießt die territoriale Arbeit (AG TAG).... (Es folgt die Darstellung der Mitgliederbewegung und der TAG.)
Erneut müssen wir jedoch einschätzen, dass Lage und Situation in den TAG sehr differenziert sind. Neben zahlenmäßig starken, aktiven und politisch beweglichen TAG, die auch in der Gewinnung neuer Mitglieder Erfolge zu verzeichnen haben, konnte die Instabilität anderer TAG nicht überwunden werden. ... Besonders bewährt für die noch engere und persönliche Verbindung des Vorstandes zu den TAG haben sich die Treffen des Vorsitzenden und weiterer Vorstandsmitglieder mit den TAG-Verantwortlichen auf Länderebene. ... Ein Teil der TAG bleibt unter seinen Möglichkeiten und hat noch Reserven. ... Zu einer Bereicherung des TAG-Lebens trägt auch die Zusammenarbeit mit anderen linken Organisationen im Territorium bei. Das bündelt die Kräfte, erweitert den Horizont, macht Erfahrungen anderer nutzbar und erhöht die Ausstrahlung. ... Das dient auch der Außenwirkung der TAG, die wir in den Territorien insgesamt als noch zu gering einschätzen. ... Zur künftigen Festigung und Stabilisierung unserer TAG sollten - die genannten Erfahrungsaustausche auf Länderebene fortgesetzt und die zwischen den TAG notwendigen Kontakte auf Länderebene verstärkt, - die weitere inhaltliche Qualifizierung unserer GRH-Mitteilungsblätter- u. Informationen unter stärkerer Einbeziehung der TAG fortgeführt und die monatliche Zustellung an alle Empfänger stabil und pünktlich gewährleistet, - die Errichtung und Gestaltung von Informationsständen zu gesellschaftlichen Höhepunkten in Zusammenarbeit mit den TAG und unseren Partnern mit hoher Aussagekraft weiter ausgedehnt und qualifiziert werden. Der Vorstand der GRH bedankt sich bei allen TAG, bei den Funktionären und aktiven Mitstreitern für die Treue, für die Solidarität und den aktiven persönlichen Einsatz.“
„Einige Bemerkungen zurfinanziellen Situation der GRH. ... Mit dem erfolgreichen Wachsen unserer Organisation sind auch die finanziellen Anforderungen gestiegen. Zwar sind die hohen Kosten für die Strafverfahren weggefallen, aber die umfangreichen Publikationen, die entwickelten Außenbeziehungen und die breite Öffentlichkeitsarbeit mit erheblichem, auch materiellen Aufwand erfordern beträchtliche, sogar höhere finanzielle Mittel als in den zurückliegenden Jahren. ... (Anmerkung: Der Haushaltsbericht des Schatzmeisters weist auf geringere Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen infolge säumiger Mitglieder hin.) Überlegungen nach Erhöhung unserer Einnahmen und sparsamster Umgang mit unseren Mitteln sind also aktueller denn je. Dabei muss gesichert sein, dass die Tätigkeit unserer Organisation nicht beeinträchtigt wird. Letztlich können wir nur die Mittel ausgeben, die wir auch einnehmen. Im Berichtszeitraum besteht zwischen Einnahmen und Ausgaben ein Missverhältnis. Alle Gruppen, die TAG wie auch die AG, sollten dazu übergehen, ihre jährlichen Finanzausgaben zu planen. Auf jeden Fall sind vor jeder Maßnahme die finanziellen Möglichkeiten zu klären.
Die Arbeit der GRH wurde vom Vorstand planmäßig und auf Schwerpunkte konzentriert geleitet. Ständiger Teilnehmer an den Vorstandssitzungen war ein Mitglied unseres Prüfungsausschusses. ... Im Rahmen der zwei Schwerpunkte der GRH, gesellschaftliche Rehabilitierung, d.h. Aufklärung der Öffentlichkeit über Ursachen der Verfolgung, über Charakter und Wesen unserer Tätigkeit in der DDR, und Solidarität in unserer Gemeinschaft und mit Verbündeten außerhalb der GRH, spielt die Zusammenarbeit mit anderen und die Öffentlichkeitsarbeit eine herausragende Rolle. ... Mit Erklärungen hat die GRH öffentlich Gesicht gezeigt und Solidarität bekundet – ungeachtet ständiger Anfeindungen. Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang auch die offensiven Anzeigen in linker Presse. ... Die GRH ist bei Partnern zunehmend zu einer wichtigen Adresse im linken politischen Leben der Bundesrepublik geworden. Sie wird anerkannt, geschätzt und ist gefragt. Dazu beigetragen haben unsere Sachkunde, Klarheit, Standhaftigkeit, Streitbarkeit und Zuverlässigkeit. Nicht zuletzt unser hohes Organisationsvermögen verschafft uns viel Achtung. ... Vor uns als GRH stehen deshalb in den bevorstehenden Jubiläumsjahren 2009 und 2010 vor allem folgende Aufgaben: 1. Stärkung unserer Gemeinschaft durch feste solidarische Verbundenheit und die Gewinnung neuer Mitglieder; 2. Kämpfen für Gerechtigkeit, Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung aller Bürger in diesem Lande; 3. Aufklärung, vor allem auch junger Menschen, über die Wahrheit unseres Staates DDR und über deutsche Nachkriegsgeschichte; 4. Festigung und Verbreiterung unseres Bündnisses mit befreundeten Organisationen und Partnern; 5. Verbindung unseres Einsatzes für Menschenrechte und Achtung des Grundgesetzes, für geschichtliche Wahrheit und die Würde des Menschen mit den Zukunftsaufgaben der Gesellschaft. Lasst uns gemeinsam, liebe Genossinnen und Genossen, in diesem Sinne für ein friedliches, erfülltes und würdevolles Leben streiten.
Aus der Diskussion (In der Diskussion zum Rechenschaftsbericht sprachen 9 Mitglieder. Der Informationsgehalt ermöglicht an dieser Stelle keine hinreichende Darstellung. Die Beiträge werden in einem Ifo-Heft veröffentlicht.)
Dr. Heusinger (TAG KW – ‚Klaus-Dieter Baumgarten’) sprach über die Betreuungsarbeit. Er stellte die Analyse und die persönlichen Kontakte in den Mittelpunkt seiner Ausführungen.
Günter Ganßauge (AG Grenze) widmete sich Beispielen der Geschichtsfälschungen in sog. ‚Gedenkstätten’.
RA Eva-Maria Müller (TAG Cottbus) informierte über die Unterdrückung der Verfolgung von Mordbanditen gegen Volkpolizisten am 10. 10. u. 15. 10. 1953 durch die Justiz der BRD.
Karl-Heinz Kathert berichtete über die Umprofilierung und Arbeit der AG Grenze International.
Johannes Schindler (TAG Marzahn-Hellersdorf) setzte sich mit der ahistorischen Ausstellung ’Das hat es bei uns nicht gegeben – Antisemitismus in der DDR’ auseinander.
Lothar Ziemer (TAG Mitte) informierte über den Kampf der in den USA Inhaftierten Freunde für eine gerechte Entscheidung.
Werner Lüdicke (TAG Lichtenberg) berichtete über Erfolge und Schwierigkeiten bei der Organisierung von Veranstaltungen, insbesondere die Unterdrückungs-Politik der SPD im Bezirksamt.
Dieter Popp stellte die enge Zusammenarbeit der Gruppe ‚Kundschafter des Friedens’ mit der GRH dar.
Gerd Hommel (TAG Dresden) stimmte den Ausführungen von Dr. Heusinger zu und hob hervor, dass man bei unserer Arbeit auch an die Enkel unserer Mitglieder und Sympathisanten denken möge, um die Erfahrungen nicht zu verschütten.
Von den Abstimmungen
Die Berichte des Vorstandes, des Schatzmeisters, des Prüfungs- und des Berufungsausschusses wurden einstimmig gebilligt und damit Entlastung erteilt. Die‚Erklärung’ der 8.Vertreterver-sammlung der GRH’ wird gesondert übermittelt und im ND veröffentlicht.
Zur Wahl Zunächst wurde den aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl antretenden bisherigen Mitgliedern Manfred Dietze und Dr. Manfred Pritzens sehr herzlich für die geleistete Arbeit gedankt. Die 97 anwesenden Vertreter der GRH wählten einstimmig den Vorstand (12 Mitglieder), den Prüfungs- und den Berufungsausschuss mit 4 bzw. 5 Mitgliedern. Der Vorstand wählte anschließend - Hans Bauer als Vorsitzenden, - Herbert Damm und Günter Seidel zu Stellvertretern des Vorsitzenden, - Heinz Lübbe als Schatzmeister, - Dieter Stiebert als Protokollführer und gab dies den Vertretern bekannt.
Weitere Mitglieder des Vorstandes sind: Dr. Reinhard Grimmer, Dr.Manfred Hummitzsch, Manfred Kleemann, Günter Leo, Dr. Hans-Herbert Nehmer, Erhard Richter und Gotthold Schramm. Die Geschäftsverteilung wird in der 1. Sitzung des Vorstandes entschieden. Sie erscheint in der folgenden Mitteilung,
In den Prüfungsausschuss wurden gewählt: Raoul Gefroi, Edgar Mütze, Dr. Klaus Panster, Dr. Peter Rauscher.
In den Berufungsausschuss wurden gewählt: Willy Gottschalk, Lore Heyer, Christa Roehl, Dr. Rolf Scheffel, Günter Schmidt.
Aus dem Schlusswort des Vorsitzenden Hans Bauer
„Liebe Freunde, Genossinnen und Genossen, zunächst bedanke ich mich namens der gewählten Mitglieder und auch persönlich für das ausgesprochene Vertrauen. .... Dank sprechen wir allen Teilnehmern und vor allem den Diskussionsrednern aus. ... Gestattet abschließend einige Bemerkungen, die sich in Fortführung unserer Beratung aufdrängen:
1. Wir sind eine Menschenrechts-Organisation und betrachten uns als Widerstands-, Solidar- und Opfergemeinschaft. Jede TAG, jedes Kollektiv, sollte sich die Frage stellen, was hinter diesem Anspruch steht und wie wir ihm in hohem Maße gerecht werden können.
2. Im Bericht und in der Diskussion wurde über die Wahrnehmung und das öffentliche Auftreten der GRH gesprochen. Sollen wir uns als Organisation öffentlich darstellen? Für uns gilt das Grundgesetz. Wir haben keinen Grund, die Anonymität zu suchen und uns zu verstecken. Wir sollten überall Gesicht zeigen und unsere Positionen auch als GRH vertreten – angemessen - sachlich, aber auch offensiv.
3. Bei aller Arbeitsteilung einzelner Gruppen und inhaltlichen Bereiche, die GRH wurde bewusst gegründet in ihrer Einheit aller Verfolgtengruppen. Diese Einheit muss erhalten und gestärkt werden. Jeder Angriff auf eine Gruppe betrifft unsere ganze Organisation. Diese gegenseitige Unterstützung betrifft den Kern unseres Solidarverständnisses.
4. Im Bericht wurde angesprochen, dass in jedem Territorium, in jedem Lande, die Auseinandersetzung mit Geschichtsfälschungen zu führen ist und zugleich heutige Menschenrechtsverletzungen aufgegriffen werden müssen. Die Erinnerung und die Aufklärung über wahrhaftige Geschichte müssen zunehmend mit den aktuellen Erfahrungen verbunden werden. Erst die Verbindung der Erkenntnisse aus unserer Geschichte mit der Gegenwart, ihren Ansprüchen und Defiziten, ermöglicht überzeugend die Zurückweisung arroganter Deutungshoheit. Gleichzeitig wird damit bewiesen, dass die GRH eine moderne Organisation ist, nicht bei Tradition und Erinnerung stehen bleibt. (Das Problem wird dargestellt an würdeloser Behandlung eines Berliner Angeklagten.)
5. Immer wieder – vom Bericht bis zur Diskussion – wurde die GRH als Heimat für viele unserer Mitglieder bezeichnet. Das ist nochmals voll zu unterstreichen und liegt mir besonders am Herzen. Das muss in unserer Arbeit täglich spürbar sein; es muss sich im Verhältnis untereinander widerspiegeln, in der freundschaftlichen und vertrauensvollen Atmosphäre, in der tiefen Solidarität innerhalb unserer Organisation.
Liebe Freunde, lasst uns die Arbeit erfolgreich im Sinne der Vertreterversammlung fortsetzen, indem wir unseren Bund weiter stärken.“
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